Unter­brin­gung eines Dea­lers in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang mit der eige­nen Sucht

Für die Annah­me eines sym­pto­ma­ti­schen Zusam­men­hangs zwi­schen den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Taten und dem Hang, die berau­schen­den Mit­tel im Über­maß zu sich zu neh­men, braucht der Hang nicht die allei­ni­ge Ursa­che für die began­ge­nen erheb­li­chen rechts­wid­ri­gen Taten zu sein.

Unter­brin­gung eines Dea­lers in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang mit der eige­nen Sucht

Es genügt des­sen Mit­ur­säch­lich­keit sowohl für die in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den Taten als auch für in der Zukunft zu erwar­ten­de1.

Im vor­lie­gen­den Fall ergab sich die­se Mit­ur­säch­lich­keit im Ergeb­nis bereits aus dem Umstand, dass die Tat­be­ge­hung in einer Pha­se inten­si­ven eige­nen Dro­gen­kon­sums des Ange­klag­ten bei gerin­gen lega­len Ein­künf­ten erfolg­te, um "For­de­run­gen" aus einem frü­he­ren Rausch­gift­ge­schäft ein­zu­trei­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 112/​17

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 08.12 2016 – 1 StR 351/​16, NStZ 2017, 277, 278; und vom 22.06.2017 – 1 StR 652/​16, Rn.20 sowie Beschluss vom 12.01.2017 – 1 StR 604/​16, NStZ-RR 2017, 198 []