Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die feh­len­den Erfolgs­aus­sich­ten

Indem aus­schließ­lich die vom Ange­klag­ten bis­lang frei­wil­lig unter­nom­me­nen "nie­der­schwel­li­gen" Ver­su­che einer The­ra­pie in den Blick genom­men wer­den, wird es ver­säumt, sich wie gebo­ten mit der Fra­ge zu befas­sen, ob bei dem Ange­klag­ten die Bereit­schaft, sich auf eine Behand­lung sei­nes Alko­hol­miss­brauchs im Rah­men einer Unter­brin­gung nach § 64 StGB ein­zu­las­sen, durch the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men im Maß­re­gel­voll­zug geweckt wer­den kann 1.

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die feh­len­den Erfolgs­aus­sich­ten

Die Ent­schei­dung des Land­ge­richts, wegen feh­len­der Erfolgs­aus­sich­ten von der Anord­nung einer Unter­brin­gung des Ange­klag­ten in einer Ent­zie­hungs­an­stalt gemäß § 64 StGB abzu­se­hen, begeg­net daher durch­grei­fen­den recht­li­chen Beden­ken, wenn die Straf­kam­mer ledig­lich ange­nom­men hat, dass beim Ange­klag­ten eine The­ra­pie­mo­ti­va­ti­on nicht gege­ben sei und auch nicht geweckt wer­den kön­ne und die­se maß­geb­lich dar­auf gestützt hat, dass der Ange­klag­te in der Ver­gan­gen­heit nach anfäng­li­chem Bemü­hen eine The­ra­pie gegen Alko­hol­ab­hän­gig­keit bei der Cari­tas kurz­fris­tig abbrach und im Anschluss an die abge­ur­teil­te Tat eine Ent­gif­tungs­be­hand­lung bereits nach zwei Tagen been­de­te, weil er nicht bereit war, sich den Sta­ti­ons­re­geln zu unter­wer­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Dezem­ber 2016 – 4 StR 419/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 26.10.2016 – 4 StR 408/​16 Rn. 7; vom 25.04.2013 – 5 StR 104/​13, NStZ-RR 2013, 239, 240; vom 22.09.2010 – 2 StR 268/​10, NStZ-RR 2011, 203; vom 05.05.2009 – 4 StR 99/​09, NStZ-RR 2009, 277[]