Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und der für die Pro­gno­se maß­geb­li­che Zeit­punkt

Maß­geb­li­cher Zeit­punkt für sank­ti­ons­recht­li­che Pro­gno­se­ent­schei­dun­gen, zu denen die­je­ni­ge über den hin­rei­chend kon­kre­ten The­ra­pie­er­folg gemäß § 64 Satz 2 StGB gehört, ist der der tatrich­ter­li­chen Haupt­ver­hand­lung 1.

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und der für die Pro­gno­se maß­geb­li­che Zeit­punkt

Die vom Tatrich­ter als pro­gnos­tisch bedeut­sam bewer­te­ten Umstän­de müs­sen zu die­sem Zeit­punkt vor­lie­gen. Noch unge­wis­se posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen und ledig­lich mög­li­che Wir­kun­gen künf­ti­ger Maß­nah­men wäh­rend des Voll­zugs der frag­li­chen Maß­nah­me genü­gen als trag­fä­hi­ge Anknüp­fungs­tat­sa­chen nicht 2.

Ent­spre­chend ver­mag auch die blo­ße Mög­lich­keit einer the­ra­peu­ti­schen Ver­än­de­rung die Pro­gno­se eines hin­rei­chend kon­kre­ten The­ra­pie­er­folgs nicht zu stüt­zen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Mai 2018 – 1 StR 51/​18

  1. BGH, Urtei­le vom 17.02.2004 – 1 StR 437/​03; und vom 03.08.2017 – 4 StR 193/​17, Stra­Fo 2017, 426 [bzgl. der Gefähr­lich­keits­pro­gno­se nach § 63 StGB] mwN
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 28.03.2012 – 2 StR 592/​11 Rn. 12, [in NStZ-RR 2012, 272 nur redak. Leit­satz]; und vom 22.10.2015 – 4 StR 275/​15, NStZ 2016, 337 mwN
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 13.01.2010 – 2 StR 519/​09, NStZ-RR 2010, 141, 142