Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und die man­geln­de The­ra­pie­be­reit­schaft

Man­geln­de The­ra­pie­be­reit­schaft kann gegen die Erfolgs­aus­sicht der Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt spre­chen.

Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und die man­geln­de The­ra­pie­be­reit­schaft

Auch kann das Gericht die vom Ange­klag­ten geäu­ßer­te The­ra­pie­be­reit­schaft als "von Zweck­über­le­gun­gen getra­gen" abwer­ten und eine "wirk­li­che The­ra­pie­be­reit­schaft" ver­nei­nen.

In einem sol­chen Fall ist es aber gebo­ten, im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung der Täter­per­sön­lich­keit und aller sons­ti­gen maß­geb­li­chen Umstän­de die Grün­de des ange­nom­me­nen Moti­va­ti­ons­man­gels fest­zu­stel­len und zu prü­fen, ob eine ernst­haf­te The­ra­pie­wil­lig­keit für eine erfolg­ver­spre­chen­de Behand­lung geweckt wer­den kann; auch dar­in kann das Ziel einer Behand­lung im Maß­re­gel­voll­zug bestehen 1.

An der danach not­wen­di­gen Gesamt­wür­di­gung aller für die Prü­fung der Erfolgs­aus­sicht wesent­li­chen Umstän­de fehlt es, da die Per­sön­lich­keits­stö­rung des Ange­klag­ten, die Defi­zi­te in der Intro­spek­ti­ons­fä­hig­keit ver­ur­sacht, und die Tat­sa­che, dass der Ange­klag­te nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts zwar regel­mä­ßig, aber nur zwei­bis drei­mal pro Woche, dann jedoch in gro­ßen Men­gen Bier kon­su­miert, bei der Ent­schei­dung nicht berück­sich­tigt wor­den sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Mai 2018 – 2 StR 169/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.10.2017 – 3 StR 177/​17[]