Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – aber war­um?

Das Land­ge­richt darf nicht offen las­sen, ob sei­ner Unter­brin­gungs­an­ord­nung eine feh­len­de Unrechts­ein­sicht oder eine auf­ge­ho­be­ne Steue­rungs­fä­hig­keit zugrun­de liegt.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – aber war­um?

Die Fra­ge, wel­che der bei­den Alter­na­ti­ven des § 20 StGB das Land­ge­richt anneh­men woll­te, darf nicht offen­blei­ben. Denn die Ein­schrän­kung oder gar Auf­he­bung der Steue­rungs­fä­hig­keit ist grund­sätz­lich erst dann zu prü­fen, wenn der Täter in der kon­kre­ten Tat­si­tua­ti­on ein­sichts­fä­hig war.

Man­gels ein­deu­ti­ger Fest­stel­lun­gen ist dem Revi­si­ons­ge­richt ansons­ten die Über­prü­fung ver­wehrt, ob die Anord­nung der Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus rechts­feh­ler­frei ist [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2020 – 1 StR 25/​20

  1. BGH, Beschlüs­se vom 07.11.2018 – 5 StR 449/​18 Rn. 7; vom 11.07.2017 – 3 StR 90/​17 Rn. 12; vom 07.03.2017 – 3 StR 521/​16 Rn. 6; vom 19.01.2017 – 4 StR 595/​16 Rn. 18; vom 13.08.2013 – 2 StR 128/​13 Rn. 5; vom 08.04.2003 – 3 StR 79/​03 Rn. 9; und vom 09.09.1986 – 4 StR 470/​86 Rn. 3, BGHR StGB § 63 Schuld­fä­hig­keit 1[]