Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die Gefähr­lich­keits­pro­gno­se

Eine Unter­brin­gung nach § 63 StGB kommt nur in Betracht, wenn eine Wahr­schein­lich­keit höhe­ren Gra­des dafür besteht, dass der Täter infol­ge sei­nes Zustands in Zukunft Straf­ta­ten von erheb­li­cher Bedeu­tung bege­hen wird, also sol­che, die eine schwe­re Stö­rung des Rechts­frie­dens zur Fol­ge haben.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die Gefähr­lich­keits­pro­gno­se

Die Annah­me einer gra­vie­ren­den Stö­rung des Rechts­frie­dens setzt nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs vor­aus, dass die zu erwar­ten­den Delik­te wenigs­tens in den Bereich der mitt­le­ren Kri­mi­na­li­tät hin­ein­rei­chen, den Rechts­frie­den emp­find­lich stö­ren und geeig­net sind, das Gefühl der Rechts­si­cher­heit der Bevöl­ke­rung erheb­lich zu beein­träch­ti­gen 1.

Ergibt sich die Erheb­lich­keit dro­hen­der Taten nicht aus dem Delikt selbst, wie etwa bei Ver­bre­chen, kommt der zu befürch­ten­den kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung der Taten maß­geb­li­che Bedeu­tung zu 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Okto­ber 2015 – 1 StR 142/​15

  1. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 16.06.2014 – 4 StR 111/​14, NStZ 2014, 571; vom 03.09.2015 – 1 StR 255/​15[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 16.06.2014 – 4 StR 111/​14, NStZ 2014, 571 mwN; Urteil vom 29.09.2015 – 1 StR 287/​15[]