Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die Jugend­stra­fe

Wird aus Anlass der Straf­tat eines Jugend­li­chen oder Her­an­wach­sen­den des­sen Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus ange­ord­net, so wird gemäß § 5 Abs. 3 (i.V.m. § 105 Abs. 1) JGG von Jugend­stra­fe abge­se­hen, wenn die Maß­re­gel­an­ord­nung die Ahn­dung durch Jugend­stra­fe ent­behr­lich macht.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und die Jugend­stra­fe

Die­se spe­zi­fisch jugend­straf­recht­li­che Vor­schrift ermög­licht es, dem Gedan­ken der Ein­spu­rig­keit frei­heits­ent­zie­hen­der Maß­nah­men im Jugend­straf­recht Rech­nung zu tra­gen [1].

Erfor­der­lich ist ein zusätz­li­ches Bedürf­nis für die Ver­hän­gung einer Jugend­stra­fe [2].

Bei die­ser Ent­schei­dung steht der Jugend­kam­mer ein Ermes­sen zu [3], bei dem auch der Gedan­ke des Schuld­aus­gleichs zu berück­sich­ti­gen ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Dezem­ber 2015 – 4 StR 387/​15

  1. BGH, Beschlüs­se vom 29.01.2002 – 4 StR 529/​01, NStZ-RR 2002, 182, 183; vom 26.05.2011 – 4 StR 159/​11, Stra­Fo 2011, 288[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.07.2009 – 2 StR 240/​09[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 17.09.2013 – 1 StR 372/​13, NStZ-RR 2014, 28[]