Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die Schuld­un­fä­hig­keit

Die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus darf nur dann ange­ord­net wer­den, wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass die unter­zu­brin­gen­de Per­son bei Bege­hung der Anlass­ta­ten auf­grund einer nicht nur vor­über­ge­hen­den psy­chi­schen Stö­rung schuld­un­fä­hig oder ver­min­dert schuld­fä­hig war und die Bege­hung der Taten auf die­sem Zustand beruht [1].

Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die Schuld­un­fä­hig­keit

Dabei muss vom Tat­ge­richt im Ein­zel­nen nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt wer­den, wie sich die fest­ge­stell­te, einem Merk­mal von §§ 20, 21 StGB unter­fal­len­de Erkran­kung in der jewei­li­gen Tat­si­tua­ti­on auf die Ein­sichts- oder die Steue­rungs­fä­hig­keit aus­ge­wirkt hat und war­um die Anlass­ta­ten auf den ent­spre­chen­den psy­chi­schen Zustand zurück­zu­füh­ren sind [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Janu­ar 2020 – 1 StR 552/​19

  1. BGH, Beschlüs­se vom 18.11.2013 – 1 StR 594/​13 Rn. 5; vom 26.09.2012 – 4 StR 348/​12 Rn. 6; vom 20.11.2012 – 1 StR 504/​12 Rn. 8; und vom 06.03.2013 – 1 StR 654/​12 Rn. 7 mwN[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 18.11.2013 – 1 StR 594/​13 Rn. 5; und vom 29.05.2012 – 2 StR 139/​12 Rn. 5[]