Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge des Hangs

Für die Annah­me eines Hangs im Sin­ne des § 64 Satz 1 StGB genügt eine ein­ge­wur­zel­te, auf psy­chi­sche Dis­po­si­ti­on zurück­ge­hen­de oder durch Übung erwor­be­ne Nei­gung, immer wie­der Rausch­mit­tel zu kon­su­mie­ren, wobei die­se Nei­gung noch nicht den Grad einer phy­si­schen Abhän­gig­keit erreicht haben muss.

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge des Hangs

Ein über­mä­ßi­ger Genuss von Rausch­mit­teln ist jeden­falls dann gege­ben, wenn der Betref­fen­de auf­grund sei­ner Nei­gung sozi­al gefähr­det oder gefähr­lich erscheint. Wenn­gleich erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen der Gesund­heit, Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit des Betref­fen­den indi­zi­el­le Bedeu­tung für das Vor­lie­gen eines Hangs haben und in der Regel mit über­mä­ßi­gem Rausch­mit­tel­kon­sum ein­her­ge­hen wer­den, schließt deren Feh­len jedoch nicht not­wen­di­ger­wei­se die Annah­me eines Hangs aus [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Okto­ber 2020 – 1 StR 291/​20

  1. st. Rspr.; z.B. BGH, Beschluss vom 19.02.2020 – 3 StR 415/​19 Rn. 8 mwN[]