Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – die Dro­gen­ab­hän­gig­keit und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs liegt ein sym­pto­ma­ti­scher Zusam­men­hang vor, wenn der Hang allein oder zusam­men mit ande­ren Umstän­den dazu bei­getra­gen hat, dass der Täter eine erheb­li­che rechts­wid­ri­ge Tat began­gen hat und dies bei unver­än­der­tem Ver­hal­ten auch für die Zukunft zu erwar­ten ist [1], mit­hin die kon­kre­te Tat in dem Hang ihre Wur­zel fin­det [2].

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – die Dro­gen­ab­hän­gig­keit und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang

Die­ser Zusam­men­hang liegt bei Delik­ten, die began­gen wer­den, um Rausch­mit­tel selbst oder Geld für ihre Beschaf­fung zu erlan­gen, nahe [3].

Der gefor­der­te sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang zwi­schen dem Hang und der Tat sowie der zukünf­ti­gen Gefähr­lich­keit kann aller­dings auch dann vor­lie­gen, wenn ein evi­dent gewor­de­ner Hang ledig­lich Ein­fluss auf die Qua­li­tät der bis­he­ri­gen Straf­ta­ten hat­te und ihm ein sol­cher Ein­fluss auch auf die künf­ti­gen zu befürch­ten­den Straf­ta­ten zukom­men kann [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Dezem­ber 2016 – 1 StR 351/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 06.11.2013 – 5 StR 432/​13; und vom 25.05.2011 – 4 StR 27/​11, NStZ-RR 2011, 309[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.08.2013 – 4 StR 277/​13, NStZ-RR 2014, 75[]
  3. BGH, Urteil vom 18.02.1997 – 1 StR 693/​96, BGHR StGB § 64 Abs. 1 Rausch 1; Beschluss vom 28.08.2013 – 4 StR 277/​13, NStZ-RR 2014, 75[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 20.12 1996 – 2 StR 470/​96, BGHR StGB § 64 Zusam­men­hang, sym­pto­ma­ti­scher 1[]