Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und das Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip

Bei den frei­heits­ent­zie­hen­den Maß­re­geln gilt das Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs allein für die Fra­ge der Voll­stre­ckung 1.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und das Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip

Daher ist es für die Ent­schei­dung über die Anord­nung der Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus uner­heb­lich, ob die von dem Ange­klag­ten aus­ge­hen­de Gefahr für die All­ge­mein­heit durch eine kon­se­quen­te medi­zi­ni­sche Behand­lung abge­wen­det wer­den könn­te.

Auch die Über­wa­chung der Medi­ka­ti­on oder die Bestel­lung eines Betreu­ers, eines Bewäh­rungs­hel­fers sowie die Ertei­lung von Bewäh­rungs­auf­la­gen und Wei­sun­gen, die allein die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung der ver­häng­ten Frei­heits­stra­fe betref­fen, sind inso­weit ohne Belang.

Sol­che Maß­nah­men erlan­gen erst für die Fra­ge Bedeu­tung, ob die Voll­zie­hung der Unter­brin­gung gemäß § 67b StGB zur Bewäh­rung aus­ge­setzt wer­den kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. April 2017 – 2 StR 454/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 11.12 2008 – 3 StR 469/​08, NStZ 2009, 260, 261[]