Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – wegen Ver­mö­gens­de­lik­ten

Der Gesetz­ge­ber hat bei der Neu­re­ge­lung des § 63 StGB für die Beur­tei­lung der Erheb­lich­keit von zu erwar­ten­den "Ver­mö­gens­de­lik­ten im wei­tes­ten Sin­ne" nicht allein eine bestimm­te Scha­dens­hö­he als "Richt­schnur" benannt.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – wegen Ver­mö­gens­de­lik­ten

Viel­mehr kann im Ein­zel­fall maß­geb­lich sein, "ob bei einer dro­hen­den Viel­zahl von weni­ger schwe­ren Taten, die für sich gese­hen kei­nen schwe­ren wirt­schaft­li­chen Scha­den begrün­den wür­den, auf den dro­hen­den Gesamt­scha­den abzu­stel­len ist, wobei auch hier gene­rel­ler Maß­stab das Aus­maß der Stö­rung des Rechts­frie­dens sein wird.

So kann schon die Ten­denz zur seri­en­mä­ßi­gen Tat­be­ge­hung den frie­dens­stö­ren­den Cha­rak­ter jeder ein­zel­nen Tat so erhö­hen, dass sie alle als erheb­lich emp­fun­den wer­den" 1.

Danach bil­det hier die einen Ver­bre­chens­tat­be­stand ver­wirk­li­chen­de Anlas­s­tat (hier: ver­such­te Brand­stif­tung an einem PKW) gleich­sam als Evi­denz­fall die Grund­la­ge für die nach § 63 Satz 2 StGB erfor­der­li­che Erwar­tung, dass der Täter infol­ge sei­nes Zustan­des erheb­li­che Taten im Sin­ne von § 63 Satz 1 StGB bege­hen wird. Die (ver­such­te) Brand­stif­tung nach § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB war auf einen erheb­li­chen Scha­den ange­legt. Sie soll­te nach dem Plan eines "Rache­feld­zugs" gegen den Ver­kehrs­lärm und damit nach einer andau­ern­den Motiv­la­ge des Beschul­dig­ten erst der Beginn einer Tat­se­rie sein, von der er ein­ge­stan­de­ner­ma­ßen nur durch sei­ne Fest­nah­me abge­hal­ten wur­de. Auf­grund die­ser schon gewich­ti­gen Umstän­de kam es auch nicht mehr auf die vom Land­ge­richt noch ergän­zend zur Begrün­dung sei­ner Gefähr­lich­keits­pro­gno­se her­an­ge­zo­ge­ne Gewalt­be­reit­schaft an, die der Beschul­dig­te in der Ver­gan­gen­heit auch gegen­über Per­so­nen mehr­fach gezeigt hat­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. März 2017 – 5 StR 609/​16

  1. BT-Drs. 18/​7244, S. 21[]