Unter­su­chungs­haft als Straf­mil­de­rungs­grund

Die straf­mil­dern­de Berück­sich­ti­gung der vom Ange­klag­ten erlit­te­nen Unter­su­chungs­haft kommt zwar nicht im Regel­fall 1, aber doch dann in Betracht, wenn deren Voll­zug für den Betrof­fe­nen mit beson­de­ren Nach­tei­len ver­bun­den ist 2.

Unter­su­chungs­haft als Straf­mil­de­rungs­grund

Inso­weit ist es auch unter Berück­sich­ti­gung der durch § 51 StGB vor­ge­schrie­be­nen Anrech­nung auf die erkann­te Stra­fe nicht von vorn­her­ein durch­grei­fend rechts­feh­ler­haft, wenn das Land­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall in tatrich­ter­li­cher Bewer­tung der Umstän­de des Ein­zel­fal­les straf­mil­dernd in Erwä­gung zieht, ein Täter, der, wie hier der nicht vor­be­straf­te Ange­klag­te, zuvor noch nie Unter­su­chungs­haft erlit­ten hat, habe sich durch deren erst­ma­li­gen Voll­zug in beson­de­rer Wei­se beein­druckt gezeigt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Okto­ber 2016 – 4 StR 248/​16

  1. vgl. dazu nur BGH, Urteil vom 14.06.2006 – 2 StR 34/​06, NJW 2006, 2645[]
  2. BGH aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 21.12 1993 – 5 StR 683/​93 8; SSW-StG­B/E­schel­bach, 3. Aufl., § 46 Rn. 184[]