Unter­su­chungs­haft als Straf­mil­de­rungs­grund

Erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft (hier: von über einem Jahr) darf nicht straf­mil­dernd gewer­tet wer­den.

Unter­su­chungs­haft als Straf­mil­de­rungs­grund

Denn der durch Unter­su­chungs­haft erlit­te­ne Frei­heits­ent­zug ist bei Ver­hän­gung einer zu ver­bü­ßen­den Frei­heits­stra­fe wegen der vol­len Anre­chen­bar­keit nach § 51 StGB kein straf­mil­dernd zu berück­sich­ti­gen­der Nach­teil 1.

Dies gilt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs zumin­dest dann, wenn nicht fest­ge­stellt wur­de, dass mit dem Voll­zug der Unter­su­chungs­haft für den Ange­klag­ten beson­de­re Erschwer­nis­se ver­bun­den waren.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Janu­ar 2015 – 1 StR 142/​14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 14.06.2006 – 2 StR 34/​06, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Lebens­um­stän­de 21; BGH, Urteil vom 22.05.2012 – 1 StR 103/​12, wis­tra 2012, 350[]