Unter­su­chungs­haft – und der Schutz von Ehe und Fami­lie

Ehe und Fami­lie ste­hen unter dem beson­de­ren Schutz der staat­li­chen Ord­nung (Art. 6 Abs. 1 GG). Die­ser wert­ent­schei­den­den Grund­satz­norm kommt auch im Haft­voll­zug beson­de­re Bedeu­tung zu.

Unter­su­chungs­haft – und der Schutz von Ehe und Fami­lie

Jede Unter­su­chungs­haft von län­ge­rer Dau­er stellt für die Bezie­hun­gen der betrof­fe­nen Per­son zu ihrer Fami­lie regel­mä­ßig eine emp­find­li­che Belas­tung dar. Ihr Voll­zug beein­träch­tigt die not­wen­di­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen der inhaf­tier­ten Per­son und ihren in Frei­heit leben­den Ange­hö­ri­gen und kann dazu bei­tra­gen, dass sie ein­an­der tief­grei­fend ent­frem­det wer­den.

Auf­ga­be des Staa­tes ist es, in Erfül­lung sei­ner ver­fas­sungs­recht­li­chen Pflicht aus Art. 6 Abs. 1 GG, für die Erhal­tung von Ehe und Fami­lie zu sor­gen, sol­che nach­tei­li­gen Aus­wir­kun­gen des Frei­heits­ent­zu­ges im Rah­men des Mög­li­chen und Zumut­ba­ren, aber auch unter ange­mes­se­ner Beach­tung der Belan­ge der All­ge­mein­heit zu begren­zen 1.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Juli 2019 – 2 BvR 2158/​18

  1. vgl. BVerfGE 42, 95, 101[]