Urkun­den­fäl­schung per Tele­fax

Der Umstand, dass die unter Ein­satz einer Soft­ware zur Bild­be­ar­bei­tung her­ge­stell­ten Unter­la­gen teil­wei­se im Wege einer Fax­ko­pie an Ban­ken über­mit­telt wur­den, steht einer Straf­bar­keit wegen Urkun­den­fäl­schung (§ 267 Abs. 1 StGB) nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen.

Urkun­den­fäl­schung per Tele­fax

Denn in der Über­tra­gung mit­tels Tele­fax kann ein Gebrauch­ma­chen von der Urschrift lie­gen [1].

Dies setzt jedoch vor­aus, dass die mit­tels Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware (als Fax­vor­la­ge) erstell­ten Schrift­stü­cke die Merk­ma­le einer Urkun­de im Sin­ne des § 267 Abs. 1 StGB auf­wei­sen [2].

Mit com­pu­ter­tech­ni­schen Maß­nah­men – wie der Ver­än­de­rung ein­ge­scann­ter Doku­men­te – erstell­ten Schrift­stü­cken ist man­gels Beweis­eig­nung kein Urkun­den­cha­rak­ter bei­zu­mes­sen, wenn sie nach außen als blo­ße Repro­duk­ti­on erschei­nen [3].

Sie sind aber dann (unech­te) Urkun­den, wenn die (ver­än­der­ten) Repro­duk­tio­nen Ori­gi­nal­ur­kun­den so ähn­lich sind, dass die Mög­lich­keit einer Ver­wechs­lung nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juni 2016 – 1 StR 20/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 11.05.1971 – 1 StR 387/​70, BGHSt 24, 140[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.07.1999 – 5 StR 684/​98, NStZ 1999, 620[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 09.03.2011 – 2 StR 428/​10, wis­tra 2011, 307 mwN[]
  4. vgl. BGH aaO[]