Urteils­grün­de – und ihr Umfang

Die Urteils­grün­de müs­sen so abge­fasst wer­den, dass sie erken­nen las­sen, wel­che der fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen den objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Tat­be­stands­merk­ma­len der abge­ur­teil­ten Taten zuzu­ord­nen sind und die­se aus­fül­len kön­nen 1.

Urteils­grün­de – und ihr Umfang

Die Urteils­grün­de haben jedoch nicht die Auf­ga­be, jede Ein­zel­heit des Rah­men­ge­sche­hens dar­zu­stel­len. Die Wie­der­ga­be von zahl­rei­chen neben­säch­li­chen Details ohne erkenn­ba­re Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit macht die Urteils­grün­de unüber­sicht­lich, feh­ler­an­fäl­lig und führt zu unnö­ti­ger Schreib- und Lese­ar­beit.

§ 267 Abs. 1 StPO erfor­dert auch nicht die Doku­men­ta­ti­on aller in der Haupt­ver­hand­lung erho­be­nen Bewei­se, son­dern nur der wesent­li­chen Beweis­ergeb­nis­se und ihrer Wür­di­gung durch das Tat­ge­richt 2.

Die Urteils­grün­de sol­len alles Wesent­li­che ent­hal­ten, aber nicht mehr als dies.

Für ihre sach­ge­rech­te Abfas­sung tra­gen die Berufs­rich­ter der Straf­kam­mer die Gesamt­ver­ant­wor­tung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Janu­ar 2016 – 2 StR 425/​15

  1. vgl. Mey­er-Goß­ner/Appl, Die Urtei­le in Straf­sa­chen, 29. Aufl., Rn. 281 ff.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.04.1999 – 3 StR 54/​99; Appl in Fest­schrift für Ris­sing­van Saan, 2011, S. 35, 45[]