Ver­ab­re­de­te Schlä­ge­rei­en

Mit der Fra­ge der Sit­ten­wid­rig­keit von Kör­per­ver­let­zun­gen im Rah­men von ver­ab­re­de­ten Schlä­ge­rei­en hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Anlass hier­zu boten ver­ab­re­de­te Schlä­ge­rei­en der Dresd­ner Hoo­li­gan­sze­ne:

Ver­ab­re­de­te Schlä­ge­rei­en

Zuänchst geht der Bun­des­ge­richts­hof von der Tat­be­stands­mä­ßig­keit der Hand­lun­gen nach den §§ 223, 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB aus. Selbst wenn man kör­per­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen wie die vor­lie­gen­den, die zum Zwe­cke des Kräf­te­mes­sens ver­ein­bart wer­den, noch als sport­li­che Betä­ti­gung ver­ste­hen woll­te, folgt dar­aus nicht, dass sie einem mög­li­chen Straf­an­spruch schon allein des­halb ent­zo­gen wären, weil bei Ein­hal­tung der selbst auf­ge­stell­ten Regeln das Ver­hal­ten nicht als ver­bots­wid­rig anzu­se­hen wäre. Über­le­gun­gen, regel­kon­for­mes Han­deln stel­le sich als tat­be­stands­los dar 1, fin­den spä­tes­tens dort ihre Gren­ze, wo die kör­per­li­che Miss­hand­lung des Geg­ners Ziel der Betä­ti­gung ist 2.

Indes wil­lig­ten die Betei­lig­ten der Schlä­ge­rei­en jeweils in die Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen der jeweils ande­ren Kampf­grup­pe ein. Jeden­falls soweit die ver­ein­bar­ten Regeln ein­ge­hal­ten oder ledig­lich aus Grün­den des Über­ei­fers, der Erre­gung, der tech­ni­schen Unvoll­kom­men­heit oder der man­geln­den Kör­per­be­herr­schung ver­letzt wer­den, sol­len an der grund­sätz­li­chen Wirk­sam­keit der Ein­wil­li­gung der Kampf­teil­neh­mer kei­ne Zwei­fel bestehen (hier­zu BayO­bLG aaO, S.2073 für den Fall eines Fuß­ball­spiels). Geziel­te Regel­ver­stö­ße konn­ten nicht fest­ge­stellt wer­den, wenn auch die Fest­stel­lun­gen und die Beweis­wür­di­gung zahl­rei­che Ver­stö­ße gegen die angeb­lich ver­bind­li­chen Regeln erge­ben haben, was ange­sichts der ein­lei­ten­den Hin­wei­se des "Trai­ners" der Ver­ei­ni­gung auf die Regeln der Fair­ness wider­sprüch­lich erscheint.

Selbst wenn in sol­chen Regel­über­tre­tun­gen ledig­lich Exzes­se der Ein­zel­nen zu sehen wären, was einer grund­sätz­li­chen Wirk­sam­keit der Ein­wil­li­gung des jeweils ande­ren Teils inso­weit nicht ent­ge­gen stün­de, erwei­sen sich die fest­ge­stell­ten Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen bei den ver­ab­re­de­ten Schlä­ge­rei­en in der durch­ge­führ­ten Art und Wei­se durch Mit­glie­der der Ver­ei­ni­gung als rechts­wid­rig, weil es sich dabei trotz der Ein­wil­li­gung um sit­ten­wid­ri­ge Taten im Sin­ne von § 228 StGB han­del­te. Hier­zu gilt:

Wann eine Tat gegen die guten Sit­ten ver­stößt, ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht immer ein­heit­lich beur­teilt wor­den. Anfangs spiel­ten, inso­weit in Anleh­nung an die Recht­spre­chung des Reichs­ge­richts 3, "vor allem die Beweg­grün­de eine wesent­li­che Rol­le" 4. Dane­ben wur­de aber stets auch die Schwe­re der Ver­let­zun­gen in den Blick genom­men 5, wobei zum Teil ohne wei­te­re Aus­ein­an­der­set­zung mit dem ver­folg­ten – offen­sicht­lich ver­werf­li­chen – Zweck eine Sit­ten­wid­rig­keit unter blo­ßem Hin­weis auf die Gering­fü­gig­keit der Ver­let­zung ver­neint wur­de 6. Das Abstel­len auf das Gewicht des Kör­per­ver­let­zungs­er­folgs wur­de als­dann aus­drück­lich als vor­ran­gig betont, ohne jedoch – wor­auf es in den zu ent­schei­den­den Fäl­len auch nicht ankam – die Her­lei­tung der Sit­ten­wid­rig­keit aus der Zweck­rich­tung der Tat­be­ge­hung aus­drück­lich aus­zu­schlie­ßen 7. Ob die­se Maß­geb­lich­keit des Tat­er­folgs aus den all­ge­mein gül­ti­gen mora­li­schen Maß­stä­ben her­zu­lei­ten sei, die ver­nünf­ti­ger­wei­se nicht in Fra­ge gestellt wer­den könn­ten und die all­ge­mein­kun­dig sei­en 8, oder ob durch das Abstel­len auf den Schwe­re­grad des Rechts­guts­an­griffs der Begriff der guten Sit­ten auf sei­nen recht­li­chen Kern beschränkt wer­de 9, ist dabei unter­schied­lich beur­teilt wor­den.

Der von die­ser Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gefun­de­ne Lösungs­an­satz, der maß­geb­lich auf Art und Schwe­re des Rechts­guts­an­griffs abstellt, ent­spricht der herr­schen­den Mei­nung im Schrift­tum 10. Bei auch inso­weit teil­wei­se unter­schied­li­chen Begrün­dungs­an­sät­zen – etwa Bestim­mung eines Daseins-Mini­mums, das allen Men­schen gemein­sam ist und des­sen Schmä­le­rung des­halb selbst bei Zustim­mung des Betrof­fe­nen von der Rechts­ge­mein­schaft nicht hin­ge­nom­men wer­den darf 11 oder Vor­nah­me einer Nach­teils-Vor­teils-Abwä­gung 12 – besteht Einig­keit, dass wegen des Erfor­der­nis­ses der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat und nicht der Ein­wil­li­gung das Rechts­gut der §§ 223 ff. StGB maß­geb­li­cher Anknüp­fungs­punkt 13 und dass wegen des Grund­sat­zes der Vor­her­seh­bar­keit staat­li­chen Stra­fens der Sit­ten­ver­stoß ein­deu­tig sein müs­se 14, was nur bei einer Rechts­guts­ver­let­zung von eini­gem Gewicht der Fall sein kön­ne. Dabei wird zutref­fend dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ver­sa­gung der recht­fer­ti­gen­den Kraft einer Ein­wil­li­gung nicht einen Ein­griff in das Selbst­be­stim­mungs­recht des Ver­letz­ten bezwe­cke – die Selbst­ver­let­zung unter­fällt bereits nicht dem Tat­be­stand der §§ 223 ff. StGB , son­dern eine Begren­zung der Hand­lungs­frei­heit des Ver­let­zen­den 15.

Eine solch gewich­ti­ge Betrof­fen­heit des Rechts­guts der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit hat die genann­te Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs jeden­falls dann ange­nom­men, wenn bei vor­aus­schau­en­der objek­ti­ver Betrach­tung der Ein­wil­li­gen­de durch die Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung in kon­kre­te Todes­ge­fahr gebracht wird 7. Es ist eine Beur­tei­lung der Tat aus einer exan­te-Sicht vor­zu­neh­men 16; maß­geb­lich ist mit­hin das Gewicht der durch die Tat­hand­lung geschaf­fe­nen Ver­let­zungs­ge­fahr 17. Dass nicht nur auf das Aus­maß der tat­säch­lich ein­ge­tre­te­nen Ver­let­zung abge­stellt wer­den kann, folgt im Übri­gen bereits dar­aus, dass § 228 StGB ange­sichts sei­ner sys­te­ma­ti­schen Stel­lung auch §§ 223, 224 StGB in Bezug nimmt, es mit­hin Fäl­le geben muss, die trotz min­der schwe­rer Ver­let­zung das Ver­dikt der Sit­ten­wid­rig­keit nach sich zie­hen 18.

Zuletzt hat der 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs – an dem Kri­te­ri­um der Maß­geb­lich­keit der Rechts­guts­ver­let­zung fest­hal­tend – aus­ge­führt, bei der Bewer­tung der Gefähr­lich­keit der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung, in die ein­ge­wil­ligt wer­de, müs­se bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen riva­li­sie­ren­der Grup­pen auch die sol­chen Tät­lich­kei­ten auf­grund der statt­fin­den­den grup­pen­dy­na­mi­schen Pro­zes­se typi­scher­wei­se inne­woh­nen­de Eska­la­ti­ons­ge­fahr berück­sich­tigt wer­den. Vom Vor­lie­gen die­ser Eska­la­ti­ons­ge­fahr sei bei ver­ab­re­de­ten Schlä­ge­rei­en immer dann aus­zu­ge­hen, wenn es an die­se Gefahr ein­gren­zen­den Regeln oder an der effek­ti­ven Durch­setz­bar­keit etwai­ger Abspra­chen feh­le. In die­sen Fäl­len wür­den die Taten trotz der Ein­wil­li­gung der Ver­letz­ten selbst dann gegen die guten Sit­ten ver­sto­ßen, wenn mit den ein­zel­nen Kör­per­ver­let­zungs­er­fol­gen kei­ne kon­kre­te Todes­ge­fahr ver­bun­den war 19.

An der Recht­spre­chung, nach der maß­geb­lich auf Art und Schwe­re des Rechts­guts­an­griffs abzu­stel­len ist, hält der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs fest. Sie ist wie folgt zu prä­zi­sie­ren:

Das Merk­mal der guten Sit­ten in § 228 StGB ist für sich genom­men kon­tu­ren­los. Ange­sichts der Wan­del­bar­keit mora­li­scher Wer­tun­gen kom­men als Anknüp­fungs­punkt des Sit­ten­wid­rig­keits­ur­teils die Vor­stel­lun­gen ein­zel­ner gesell­schaft­li­cher Grup­pen oder gar des zur Ent­schei­dung beru­fe­nen Gerichts nicht in Betracht 20; auch die Ermitt­lung von all­ge­mein gül­ti­gen mora­li­schen Maß­stä­ben erweist sich in einer plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft als nicht unpro­ble­ma­tisch 21.

Der mit­hin zu kon­sta­tie­ren­den Unbe­stimmt­heit des Begriffs der guten Sit­ten ist dadurch zu begeg­nen, dass er in § 228 StGB strikt auf das Rechts­gut der Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te bezo­gen und auf sei­nen Kern­ge­halt redu­ziert wird. Gesell­schaft­li­che Vor­stel­lun­gen oder der durch die Tat ver­folg­te Zweck kön­nen ledig­lich dazu füh­ren, dass ihret­we­gen eine Ein­wil­li­gung trotz mas­si­ver Rechts­guts­ver­let­zun­gen Wirk­sam­keit ent­fal­ten kann, wie dies etwa in Fäl­len des ärzt­li­chen Heil­ein­griffs ange­nom­men wird 22 oder auch bei Kampf­sport­ar­ten der Fall ist, die direkt­auf die kör­per­li­che Miss­hand­lung des Geg­ners aus­ge­legt sind und bei denen die aus­ge­tra­ge­nen Kämp­fe zu schwers­ten Ver­let­zun­gen oder Gesund­heits­schä­di­gun­gen, ja selbst zum Tod der Kon­tra­hen­ten füh­ren kön­nen 23. Zur Fest­stel­lung eines Sit­ten­ver­sto­ßes und damit – über die Unbe­acht­lich­keit der Ein­wil­li­gung – zur Begrün­dung der Straf­bar­keit von ein­ver­nehm­lich vor­ge­nom­me­nen Kör­per­ver­let­zun­gen kön­nen sie hin­ge­gen nicht her­an­ge­zo­gen wer­den. Inso­weit sind aber Wer­tun­gen, die der Gesetz­ge­ber vor­ge­ge­ben hat, zu berück­sich­ti­gen 24.

Dies ent­spricht der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung inso­weit, als die Beja­hung der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat in den Fäl­len, in denen bei vor­aus­schau­en­der objek­ti­ver Betrach­tung aller maß­geb­li­chen Umstän­de der Ein­wil­li­gen­de durch die Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung in kon­kre­te Todes­ge­fahr gebracht wur­de, in ers­ter Linie aus der gesetz­ge­be­ri­schen Wer­tung des § 216 StGB folgt: Aus dem Umstand, dass eine Tötung, in die das Opfer nicht nur ein­ge­wil­ligt, son­dern die sie ernst­haft ver­langt hat, gleich­wohl straf­bar ist, lässt sich ent­neh­men, dass das Opfer in die eige­ne Tötung durch einen Drit­ten nicht wirk­sam ein­wil­li­gen kann. Die­ser Wer­tung hat die Recht­spre­chung mit Blick auf § 228 StGB ent­nom­men, dass im All­ge­mein­in­ter­es­se die Mög­lich­keit, exis­ten­ti­el­le Ver­fü­gun­gen über das Rechts­gut der eige­nen kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit oder des eige­nen Lebens zu tref­fen, Ein­schrän­kun­gen unter­liegt. Der Schutz der Rechts­gü­ter kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und Leben gegen Beein­träch­ti­gun­gen durch Drit­te wird des­halb nicht schlecht­hin, son­dern nur inner­halb eines für die Rechts­ord­nung tole­rier­ba­ren Rah­mens zur Dis­po­si­ti­on des Ein­zel­nen gestellt 25. Die­ser­Rah­men wird ver­las­sen, wenn der in die Kör­per­ver­let­zung Ein­wil­li­gen­de durch die Tat in kon­kre­te Todes­ge­fahr gebracht wird 26.

Eine gesetz­ge­be­ri­sche Wer­tung lässt sich aber nicht nur § 216 StGB mit Blick auf die dro­hen­de Todes­fol­ge ent­neh­men, son­dern für die Art und Wei­se der Bege­hung der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen auch der Rege­lung des § 231 StGB 27: Nach die­ser Vor­schrift erfüllt der­je­ni­ge rechts­wid­rig und schuld­haft den Tat­be­stand eines Straf­ge­set­zes, der sich an einer Schlä­ge­rei oder an einem von meh­re­ren ver­üb­ten Angriff betei­ligt. Er wird zwar nur dann bestraft, wenn durch die Schlä­ge­rei oder den Angriff der Tod eines Men­schen oder eine schwe­re Kör­per­ver­let­zung im Sin­ne von § 226 StGB ver­ur­sacht wor­den ist. Bei die­sen Fol­gen han­delt es sich nach ganz herr­schen­der Auf­fas­sung aber nur um objek­ti­ve Bedin­gun­gen der Straf­bar­keit 28. In die­ser Kon­struk­ti­on des Straf­tat­be­stan­des kommt zum Aus­druck, dass das sozi­al­ethisch ver­werf­li­che Ver­hal­ten bereits in der Betei­li­gung an einer Schlä­ge­rei oder einem Angriff meh­re­rer besteht, weil dadurch erfah­rungs­ge­mäß so häu­fig die Gefahr schwe­rer Fol­gen geschaf­fen wird, dass die Betei­li­gung als sol­che schon straf­wür­di­ges Unrecht dar­stellt 29. Die objek­ti­ve Straf­bar­keits­be­din­gung wirkt dabei nicht straf­bar­keits­be­grün­dend oder­ver­schär­fend, son­dern schränkt ledig­lich den Bereich des zu Bestra­fen­den aus kri­mi­nal­po­li­ti­schen Grün­den ein 30. Dass bereits die Betei­li­gung an der Schlä­ge­rei oder dem Angriff meh­re­rer bestraft wird, hat sei­nen Grund im Übri­gen in Beweis­schwie­rig­kei­ten, die bei kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen meh­re­rer erfah­rungs­ge­mäß auf­tre­ten, wenn es dar­um geht, eine bestimm­te schwe­re Fol­ge einem oder meh­re­ren der Betei­lig­ten ein­wand­frei zuzu­ord­nen; es sol­len Straf­bar­keits­lü­cken ver­mie­den wer­den, die dadurch auf­tre­ten kön­nen, dass eine Ver­ur­tei­lung wegen eines Kör­per­ver­let­zungs- oder Tötungs­de­likts wegen der genann­ten Beweis­schwie­rig­kei­ten aus­schei­den muss 31. Kann der erfor­der­li­che Nach­weis indes geführt wer­den, ist eine tat­ein­heit­li­che Ver­ur­tei­lung wegen eines Tötungs- oder Kör­per­ver­let­zungde­likts und der Betei­li­gung an einer Schlä­ge­rei mög­lich 32.

Die sich an den ver­ab­re­de­ten kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen betei­li­gen­den Mit­glie­der der Grup­pie­rung um die Ange­klag­ten sowie die Teil­neh­mer auf der geg­ne­ri­schen Sei­te erfüll­ten jeweils rechts­wid­rig und schuld­haft den Tat­be­stand des § 231 Abs. 1 StGB, weil sie sich damit an einer Schlä­ge­rei, also an einer mit gegen­sei­ti­gen Tät­lich­kei­ten ver­bun­de­ne Aus­ein­an­der­set­zung betei­lig­ten, an der mehr als zwei Per­so­nen aktiv mit­wirk­ten 33. Dies führt – jeden­falls in den vor­lie­gen­den Fäl­len, in denen die an den Schlä­ge­rei­en Betei­lig­ten aus der gebo­te­nen exan­te-Per­spek­ti­ve dadurch zumin­dest in die kon­kre­te Gefahr einer schwe­ren Gesund­heits­be­schä­di­gung gebracht wur­den – nach den oben genann­ten Grund­sät­zen zur Unbe­acht­lich­keit der (kon­klu­dent) erteil­ten Ein­wil­li­gun­gen in die mit den Aus­ein­an­der­set­zun­gen ver­bun­de­nen Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen. Inso­weit gilt:

Der Tat­be­stand des § 231 StGB bezweckt als abs­trak­tes Gefähr­dungs­de­likt 34 nicht nur den Schutz des Lebens und der Gesund­heit des durch die Schlä­ge­rei oder den Angriff tat­säch­lich Ver­letz­ten oder Getö­te­ten, son­dern auch Leben und Gesund­heit all der – auch unbe­tei­lig­ten – Per­so­nen, die durch die Schlä­ge­rei oder den Angriff gefähr­det wer­den. Da letzt­ge­nann­ter Gesichts­punkt ein Gemein­in­ter­es­se dar­stellt, ent­fal­tet die Ein­wil­li­gung eines oder aller an der Schlä­ge­rei Betei­lig­ten im Rah­men des § 231 StGB kei­ne recht­fer­ti­gen­de Wir­kung 35.

Die­se Grund­sät­ze wir­ken sich beim tat­ein­heit­li­chen Zusam­men­tref­fen von Kör­per­ver­let­zungs­ta­ten – wie hier etwa nach § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB – einer­seits und Betei­li­gung an einer Schlä­ge­rei ande­rer­seits dahin­ge­hend aus, dass die – rechts­wid­ri­ge und schuld­haf­te – Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stands des § 231 Abs. 1 StGB zur Annah­me der Sit­ten­wid­rig­keit der Kör­per­ver­let­zungs­tat im Sin­ne von § 228 StGB führt 36. Denn in die­sem Geset­zes­ver­stoß, mit dem die Betei­lig­ten an der Schlä­ge­rei straf­wür­di­ges Unrecht ver­wirk­licht haben 37, liegt eine Miss­ach­tung der gesetz­ge­be­ri­schen Wer­tung des § 231 StGB, die das Sit­ten­wid­rig­keits­ur­teil unab­hän­gig davon begrün­det, ob der sich aus § 231 StGB erge­ben­den gestei­ger­ten Gefahr für Leib und Leben durch Vor­keh­run­gen, mit denen eine Eska­la­ti­on der Aus­ein­an­der­set­zung ver­hin­dert wer­den soll, ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den könn­te 38. Die Annah­me von Straf­lo­sig­keit infol­ge der Ein­wil­li­gung in etwai­ge Kör­per­ver­let­zun­gen wür­de dar­über hin­aus in der gege­be­nen Kon­stel­la­ti­on zu unauf­lös­ba­ren Wider­sprü­chen füh­ren, weil ein und das­sel­be Täter­ver­hal­ten einer­seits aus­drück­lich ver­bo­ten, ande­rer­seits aber infol­ge der erteil­ten Ein­wil­li­gung erlaubt wäre 37.

Die Sit­ten­wid­rig­keit der Tat auf­grund der Erfül­lung des Tat­be­stands des § 231 Abs. 1 StGB ist zudem nicht nur in den Fäl­len gege­ben, in denen die schwe­re Fol­ge tat­säch­lich ein­ge­tre­ten ist; denn ein tat­be­stands­mä­ßi­ger, rechts­wid­ri­ger und schuld­haf­ter Ver­stoß liegt unab­hän­gig davon vor, weil es sich bei den genann­ten Fol­gen aus­schließ­lich um objek­ti­ve Bedin­gun­gen der Straf­bar­keit han­delt 39. Ein Abstel­len auf die Tat­fol­gen wür­de bereits im Wider­spruch dazu ste­hen, dass die Wirk­sam­keit der Ein­wil­li­gung – wie dar­ge­legt – aus einer exan­te-Per­spek­ti­ve zu beur­tei­len ist, die Fra­ge, ob eine der genann­ten schwe­ren Fol­gen ein­ge­tre­ten ist, hin­ge­gen erst expost beant­wor­tet wer­den kann. Das Erfor­der­nis des Ein­tritts der Straf­bar­keits­be­din­gung zur Begrün­dung des Sit­ten­wid­rig­keits­ur­teils kann auch nicht dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass andern­falls die vom Gesetz­ge­ber auf­ge­stell­te Begren­zung der Straf­bar­keit igno­riert wür­de 40: Die­se Begren­zung bezieht sich allein auf die Vor­schrift des § 231 StGB und ist wegen der durch die erfah­rungs­ge­mäß auf­tre­ten­den Nach­weis­pro­ble­me beding­ten Wei­te die­ses Tat­be­stan­des, der unab­hän­gig von der kon­kre­ten Fest­stel­lung einer Ver­let­zungs­hand­lung jede Betei­li­gung an einer Schlä­ge­rei oder einem Angriff aus­rei­chen lässt, nicht zuletzt mit Blick auf das Schuld­prin­zip gebo­ten; kann indes – wie hier – Ein­zel­nen ein kon­kre­ter Tat­vor­wurf auch wegen bestimm­ter Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen gemacht wer­den, bedarf es eines sol­chen Kor­rek­tivs nicht.

Der Annah­me der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat kann nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, es blei­be für § 231 StGB kein eigen­stän­di­ger Anwen­dungs­be­reich 41: Nur auf­grund die­ser Vor­schrift kön­nen auch Betei­lig­te der Schlä­ge­rei aus dem Lager des Getö­te­ten bzw. im Sin­ne des § 226 StGB Ver­letz­ten erfasst wer­den. Denn anders als für eine Straf­bar­keit nach §§ 223, 224 Abs. 1 Nr. 4, § 25 Abs. 2 StGB kommt es bei § 231 StGB nicht auf die Zurech­nung ein­zel­ner Hand­lun­gen an 42. Vor­lie­gend lässt sich dem Gesamt­zu­sam­men­hang der Urteils­grün­de indes ent­neh­men, dass die Mit­glie­der der Ver­ei­ni­gung sich selbst durch Schla­gen und Tre­ten ihrer jewei­li­gen Geg­ner aktiv an Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen betei­lig­ten und dadurch den Tat­be­stand des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB erfüll­ten.

Es kann offen blei­ben, ob die durch die Erfül­lung des Tat­be­stands des § 231 Abs. 1 StGB beding­te Sit­ten­wid­rig­keit der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen stets und unab­hän­gig von der kon­kret ein­ge­tre­te­nen Gefahr zur Unbe­acht­lich­keit der Ein­wil­li­gung führt – etwa auch dann, wenn bei vor­aus­schau­en­der Betrach­tung ledig­lich Baga­tell­ver­let­zun­gen zu erwar­ten sind. Jeden­falls wenn – wie hier – der Ver­letz­te durch die Tat vor­aus­sicht­lich in die kon­kre­te Gefahr einer schwe­ren Gesund­heits­be­schä­di­gung gebracht wird – was nach einem Teil der Recht­spre­chung und der Lite­ra­tur schon für sich genom­men die Sit­ten­wid­rig­keit begrün­den soll 43 – führt der genann­te Ver­stoß gegen die gesetz­li­che Wer­tung des § 231 StGB zur Annah­me der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat im Sin­ne von § 228 StGB.

Die in den vor­lie­gen­den Fäl­len der ver­ein­bar­ten Schlä­ge­rei­en mit ande­ren Hoo­li­gan­grup­pen kon­sen­tier­ten Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen begrün­de­ten bei der gebo­te­nen objek­ti­ven Beur­tei­lung aus einer exan­te-Per­spek­ti­ve jeden­falls die kon­kre­te Gefahr sol­cher schwe­ren Gesund­heits­be­schä­di­gun­gen. Dies ergibt sich aus Fol­gen­dem:

Bereits nach den still­schwei­gend akzep­tier­ten Regeln waren Trit­te mit dem beschuh­ten Fuß (mit Sport­schu­hen) und Schlä­ge gegen den Kopf des Geg­ners zuläs­sig. Die Regeln erlaub­ten zudem, dass sich meh­re­re Kämp­fer der einen Grup­pe gegen einen der ande­ren wand­ten, ins­be­son­de­re wenn die zu Beginn einer Aus­ein­an­der­set­zung bestehen­de zah­len­mä­ßi­ge Aus­ge­gli­chen­heit wegen des Aus­schei­dens ein­zel­ner Kämp­fer nicht mehr bestand. Im Kampf­ge­sche­hen kam es auch zu Angrif­fen von hin­ten, derer sich das Opfer nicht ver­sah. Die Regel, nach der auf am Boden lie­gen­de Per­so­nen nicht mehr ein­ge­wirkt wer­den durf­te, konn­te zudem offen­bar dahin aus­ge­legt wer­den, dass ein Ein­tre­ten auf bloß kni­en­de Per­so­nen wei­ter­hin zuläs­sig war, solan­ge die­se nicht kampf­un­fä­hig waren. All dies geschah – wie der Vor­fall vom 31.10.2009 zeigt – in Kämp­fen, die unter aus­drück­li­cher Beru­fung auf das Regel­werk ("Fair blei­ben. […] Die blei­ben auch fair.") geführt wur­den. Selbst wenn in dem Ein­wir­ken auf zu Boden gegan­ge­ne Per­so­nen ein Regel­ver­stoß zu erbli­cken ist, kam es zu sol­chen Ver­stö­ßen nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts nicht nur in Ein­zel­fäl­len, son­dern immer wie­der; auch der Ange­klag­te L. wies in sei­ner Ein­las­sung dar­auf hin, dass es schon wegen der Mas­se der Kämp­fer nicht aus­blei­be, dass auch kampf­un­fä­hi­ge und am Boden lie­gen­de Per­so­nen trotz­dem etwas abbe­kä­men. Die auf­ge­zeig­ten Hand­lun­gen begrün­den schon nach all­ge­mei­ner Lebens­er­fah­rung ein erheb­li­ches Ver­let­zungs­po­ten­ti­al; die Straf­kam­mer hat dar­über hin­aus durch Ein­ho­lung eines rechts­me­di­zi­ni­schen Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens fest­ge­stellt, dass bei Schlä­gen (und Trit­ten) gegen den Kopf Ein­blu­tun­gen, Kno­chen­brü­che, Nasen- und Kie­fer­frak­tu­ren sowie Platz­wun­den ent­ste­hen kön­nen. Trit­te gegen am Boden lie­gen­de Per­so­nen kön­nen zudem zu Hals­wir­bel­säu­len­trau­ma­ta füh­ren. Bei Trit­ten und Schlä­gen gegen den Ober­kör­per besteht die Gefahr von Rip­pen­brü­chen, Herz­prel­lun­gen und Herz­still­stand.

Der Annah­me der kon­kre­ten Gefahr einer schwe­ren Gesund­heits­be­schä­di­gung steht nicht ent­ge­gen, dass die Straf­kam­mer schwer­wie­gen­de Ver­let­zun­gen der Kampf­teil­neh­mer – außer im Fall vom 31.10.2009 – nicht hat fest­stel­len kön­nen, denn es kommt – wie dar­ge­legt – auf eine objek­ti­ve Betrach­tung aus einer exan­te-Per­spek­ti­ve an. Zudem steht die­se Fest­stel­lung auch im Wider­spruch dazu, dass sich ein Mit­glied der Ver­ei­ni­gung bei einem soge­nann­ten Test­match im Febru­ar 2008 einen Kie­fer­bruch zuzog.

Für das Abstel­len auf gesetz­li­che Wer­tun­gen, die auch die Art und Wei­se der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung betref­fen, spricht wei­ter, dass so die ins­be­son­de­re von der Revi­si­ons­be­grün­dung des Ange­klag­ten R. auf­ge­zeig­ten Wer­tungs­wi­der­sprü­che nicht auf­tre­ten, die ent­ste­hen könn­ten, wenn allein mit Blick auf die Schwe­re des poten­ti­el­len Kör­per­ver­let­zungs­er­folgs die kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen von Hoo­li­gans oder ande­ren riva­li­sie­ren­den Grup­pie­run­gen wegen der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat als straf­ba­re Kör­per­ver­let­zun­gen ver­folgt wür­den, ande­rer­seits aber die in Box, Kick­box- oder gar soge­nann­ten Free­fight-Kämp­fen wech­sel­sei­tig zuge­füg­ten, teil­wei­se erheb­li­chen Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen in aller Regel straf­los blie­ben: Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob die Ver­let­zungs­ge­fah­ren in die­sen Fäl­len wegen des Vor­han­den­seins über­prüf- und durch­setz­ba­rer Regeln sowie der Anwe­sen­heit von Schieds­rich­tern und Ring­ärz­ten tat­säch­lich deut­lich gerin­ger sind, und davon, ob tat­säch­lich ein recht­lich anzus gesell­schaft­li­ches Inter­es­se an der Aus­übung sol­cher Wett­kämp­fe besteht, das gege­be­nen­falls die Hin­nah­me des Risi­kos erheb­li­cher Gesund­heits- oder gar Lebens­ge­fah­ren durch die Rechts­ord­nung begrün­den könn­te 44, ist die unter­schied­li­che Behand­lung die­ser Fall­ge­stal­tun­gen bereits dadurch gerecht­fer­tigt, dass es für die Fäl­le der Betei­li­gung an einer Schlä­ge­rei oder einem Angriff durch meh­re­re eine gesetz­li­che Rege­lung gibt, die dies als straf­wür­di­ges Unrecht nor­miert, eine sol­che für tät­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen von Ein­zel­per­so­nen hin­ge­gen fehlt.

Der auf­ge­zeig­ten Lösung – dem Abstel­len auf die gesetz­li­che Wer­tung des § 231 StGB zur Begrün­dung der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat im Sin­ne von § 228 StGB – kann schließ­lich nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, dass dadurch ande­ren Rechts­gü­tern Drit­ter oder der All­ge­mein­heit in einer vom Norm­zweck nicht erfass­ten Wei­se ein mit­tel­ba­rer straf­recht­li­cher Schutz gewährt wer­den wür­de: Bei den von § 231 StGB und den von den Tötungs- bzw. Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten geschütz­ten Rechts­gü­tern han­delt es sich nicht um unter­schied­li­che, son­dern um die glei­chen, die – wie dar­ge­legt – einer­seits als Gemein­in­ter­es­se, ander­seits aber sowohl von den §§ 211 ff., §§ 223 ff. StGB als auch von § 231 StGB als Indi­vi­dual­in­ter­es­sen geschützt wer­den 45.

Soweit dem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 11.12 2003 46 ent­nom­men wer­den könn­te, dass es für die Fra­ge der Sit­ten­wid­rig­keit der Tat ohne Bedeu­tung sei, wenn gesetz­li­che Vor­schrif­ten ver­letzt wer­den, die dem Schutz von Uni­ver­sal­rechts­gü­tern – im kon­kre­ten Fall des Ver­sto­ßes gegen § 29 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. b)) BtMG der Volks­ge­sund­heit – die­nen, zugleich aber auch den Schutz von Indi­vi­du­al­rechts­gü­tern mit­be­wir­ken 47, hält er dar­an nicht fest.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Janu­ar 2015 – 3 StR 233/​14

  1. Döl­ling, ZStW 1984, 36, 55 ff.; Röss­ner, Fest­schrift für Hirsch, 1999, 313, 319 ff.; SK-StG­B/Wol­ters, [Stand: Sep­tem­ber 2014], § 228 Rn. 21; für eine Lösung über das Insti­tut der Ein­wil­li­gung: BayO­bLG, Urteil vom 03.08.1961 – 4 St 36/​61, NJW 1961, 2072; NK-StGB-Paeff­gen, 4. Aufl., § 228 Rn. 109[]
  2. Döl­ling aaO, S. 64; Röss­ner aaO, S. 317; Kubi­nek, JA 2003, 257, 260; LK/​Hirsch, StGB, 11. Aufl., § 228 Rn. 12[]
  3. vgl. RG, Urteil vom 23.02.1940 – 1 D 39/​40, RGSt 74, 91, 93 f.[]
  4. BGH, Urteil vom 29.01.1953 – 5 StR 408/​52, BGHSt 4, 24, 31[]
  5. BGH aaO[]
  6. BGH, Urteil vom 15.10.1991 – 4 StR 349/​91, BGHSt 38, 83, 87[]
  7. BGH, Urtei­le vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 44; vom 26.05.2004 – 2 StR 505/​03, BGHSt 49, 166, 170 f.; vom 18.09.2008 – 5 StR 224/​08 24; vom 20.11.2008 – 4 StR 328/​08, BGHSt 53, 55, 62 f. – zu § 222 StGB[][]
  8. so BGH, Urteil vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 40 f.; zustim­mend: Kühl, Fest­schrift Schro­eder, 2006, 521, 532[]
  9. so BGH, Urteil vom 26.05.2004 – 2 StR 505/​03, BGHSt 49, 166, 169 ff.; zustim­mend: Hirsch, Fest­schrift Ame­lung, 2009, 181, 197 f.[]
  10. s. die Nach­wei­se bei Hard­tung, Jura 2005, 401, 404; aA Stern­berg-Lie­ben, Die objek­ti­ven Schran­ken der Ein­wil­li­gung im Straf­recht, 1997, 136 ff.; NK-StGB-Paeff­gen aaO, Rn. 44 ff., die § 228 StGB wegen Ver­sto­ßes gegen das Bestimmt­heits­ge­bot des Art. 103 Abs. 2 GG für ver­fas­sungs­wid­rig hal­ten; dage­gen Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 29; s. auch BeckOKStGB/​Eschelbach [Stand: 1.07.2014], § 228 Rn. 22 mwN[]
  11. so Dutt­ge, Gedächt­nis­schrift Ellen Schlüch­ter, 2002, 775, 784, 786, 791[]
  12. so Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 18 ff.[]
  13. Hirsch aaO, S.193[]
  14. vgl. LK/​Hirsch aaO, § 228 Rn. 2; BGH, Urteil vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 41[]
  15. Hirsch, ZStW 1971, 140, 167; zu die­sem Tabui­sie­rungs­ge­dan­ken auch Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, Rn. 23; Dutt­ge aaO[]
  16. BGH, Urtei­le vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 44; vom 26.05.2004 – 2 StR 505/​03, BGHSt 49, 166, 173; vom 18.09.2008 – 5 StR 224/​08 24; vom 20.11.2008 – 4 StR 328/​08, BGHSt 53, 55, 62 f.; Beschluss vom 20.02.2013 – 1 StR 585/​12, BGHSt 58, 140, 146; Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 27, 33; LK/​Hirsch aaO, § 228 Rn. 3; Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 228 Rn. 4; Jäger, JA 2013, 634, 636[]
  17. Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 27, 33; BGH, Urteil vom 20.11.2008 – 4 StR 328/​08, BGHSt 53, 55, 62 f.[]
  18. Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, Rn. 24[]
  19. BGH, Beschluss vom 20.02.2013 – 1 StR 585/​12, BGHSt 58, 140, 143 ff.; dar­an anschlie­ßend OLG Mün­chen, Urteil vom 26.09.2013 – 4 StRR 150/​13, NStZ 2014, 706, 708 f.; zustim­mend Jäger, JA 2013, 634; Pich­ler, StRR 2013, 220; ableh­nend: van der Meden, HRRS 2013, 158; Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953; Zöller/​Lorenz, ZJS 2013, 429; Gaede, ZIS 2014, 489[]
  20. BGH, Urtei­le vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 41 mwN; vom 26.05.2004 – 2 StR 505/​03, BGHSt 49, 166, 169; von der Meden, HRRS 2013, 158, 159[]
  21. vgl. dazu etwa Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953, 954; anders noch BGH, Urteil vom 11.12 2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34, 41[]
  22. vgl. Otto, Fest­schrift Trönd­le, 1989, 157, 168; Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 26; LK/​Hirsch aaO, § 228 Rn. 9; Jäger, JA 2013, 634, 637[]
  23. vgl. etwa Döl­ling, ZStW 1984, 36, 64, der auf das recht­lich aner­kann­te gesell­schaft­li­che Inter­es­se an der Aus­übung sol­cher Sport­ar­ten abstellt; im Ergeb­nis auch Jäger aaO[]
  24. vgl. dazu auch Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953, 954 f.[]
  25. BGH, Urteil vom 26.05.2004 – 2 StR 505/​03, BGHSt 49, 166, 173 f.[]
  26. s. dazu auch Gaede, ZIS 2014, 489, 493 f.[]
  27. Jäger, JA 2013, 634, 636[]
  28. BGH, Urtei­le vom 16.06.1961 – 4 StR 176/​61, BGHSt 16, 130, 132; vom 24.08.1993 – 1 StR 380/​93, BGHSt 39, 305; Münch­Komm-StG­B/Hoh­mann aaO, § 231 Rn. 21 mwN; S/S‑Stree/­Stern­berg-Lie­ben, StGB, 29. Aufl., § 231 Rn. 1; Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 231 Rn. 5; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 231 Rn. 5; Beck­OK-Eschel­bach aaO, § 231 Rn. 2; Eng­län­der, NStZ 2014, 214; Satz­ger, Jura 2006, 108, 109; aA LK/​Hirsch aaO, § 231 Rn. 1; kri­tisch auch NK-StGB-Paeff­gen, 4. Aufl., § 231 Rn.20[]
  29. BT-Drs. IV/​650, S. 291; BGH, Urteil vom 24.08.1993 – 1 StR 380/​93, BGHSt 39, 305, 308; vgl. auch Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953, 956[]
  30. BT-Drs. IV/​650, S. 268, 291; S/S‑Stree/­Stern­berg-Lie­ben aaO § 231 Rn. 1; aA offen­bar Münch­Komm-StG­B/Hoh­mann aaO, § 231 Rn. 3: straf­bar­keits­be­grün­dend; eben­so LK/​Hirsch aaO, § 231 Rn. 1, der frei­lich bereits das Vor­lie­gen einer objek­ti­ven Straf­bar­keits­be­din­gung in Abre­de stellt[]
  31. BGH, Urtei­le vom 21.02.1961 – 1 StR 624/​60, BGHSt 15, 369, 370; vom 16.06.1961 – 4 StR 176/​61, BGHSt 16, 130, 132; BT-Drs. IV/​650, S. 290; Münch­Komm-StG­B/Hoh­mann aaO, § 231 Rn. 2 mwN[]
  32. vgl. BGH, Urtei­le vom 20.12 1984 – 4 StR 679/​84, BGHSt 33, 100, 104; vom 11.10.2005 – 1 StR 195/​05, NStZ 2006, 284, 285; LK/​Hirsch aaO, § 231 Rn. 22; S/S‑Stree/­Stern­berg-Lie­ben aaO, § 231 Rn. 13 mwN; aA NK-StGB-Paeff­gen aaO, § 231 Rn. 22, dage­gen über­zeu­gend LK/​Hirsch aaO[]
  33. vgl. zuletzt BGH, Urteil vom 19.12 2013 – 4 StR 347/​13, BGHR StGB § 231 Schlä­ge­rei 2[]
  34. BGH, Urtei­le vom 05.02.1960 – 4 StR 557/​59, BGHSt 14, 132, 134 f. mwN; vom 20.12 1984 – 4 StR 679/​84, BGHSt 33, 100, 103; vom 24.08.1993, 1 StR 380/​93, BGHSt 39, 305, 308; Münch­Komm-StG­B/Hoh­mann aaO, § 231 Rn. 7; S/S‑Stree/­Stern­berg-Lie­ben aaO, § 231 Rn. 1; Lackner/​Kühl aaO, § 231 Rn. 1; Fischer aaO, § 231 Rn. 2; BeckOKStGB/​Eschelbach aaO, § 231 Rn. 1; Jäger, JA 2013, 634, 636; dif­fe­ren­zie­rend NK-StGB-Paeff­gen aaO, § 231 Rn. 2; aA LK/​Hirsch aaO, § 231 Rn. 1[]
  35. LK/​Hirsch aaO, § 231 Rn. 18; Münch­Komm-StG­B/Hoh­mann aaO, § 231 Rn. 18; S/S‑Stree/­Stern­berg-Lie­ben aaO, § 231 Rn. 10; Zöller/​Lorenz, ZJS 2013, 429, 433 mwN; so im Ergeb­nis auch BeckOKStGB/​Eschelbach aaO, § 231 Rn. 16; NK-StGB-Paeff­gen aaO, § 231 Rn. 13, die inso­weit aller­dings auf die feh­len­de Dis­po­ni­bi­li­tät der Rechts­gü­ter Leben und Schutz der Gesund­heit vor schwe­ren Ver­let­zun­gen abstel­len[]
  36. wie hier Jäger aaO[]
  37. so auch Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953, 956[][]
  38. so auch Jäger aaO[]
  39. Jäger aaO; aA Stern­berg-Lie­ben aaO; Gaede, ZIS 2014, 489, 499[]
  40. so aber Stern­berg-Lie­ben aaO; von der Meden, HRRS 2013, 158, 163[]
  41. so aber van der Meden aaO, S. 162[]
  42. vgl. BGH, Urteil vom 20.12 1984 – 4 StR 679/​84, BGHSt 33, 100, 104[]
  43. vgl. Münch­Komm-StG­B/Hard­tung aaO, § 228 Rn. 30 mwN; Hirsch, Fest­schrift Ame­lung, 2009, 181, 198, 202: Gefahr einer schwe­ren Lei­bes­schä­di­gung; OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 06.06.1997 – 2 Ss 147/​9749/​97 II, MDR 1997, 933, 934 für Fäl­le des soge­nann­ten Auto-Sur­fens; BayO­bLG, Beschluss vom 07.09.1998 – 5 St RR 153/​98, NJW 1999, 372, 373: Gefahr schwers­ter Schä­di­gung durch Kopf­ver­let­zun­gen infol­ge von Schlä­gen und Trit­ten gegen den Kopf[]
  44. so Döl­ling, ZStW 1984, 36, 64; im Ergeb­nis auch Jäger, JA 2013, 634, 637[]
  45. gegen die Annah­me einer unzu­läs­si­gen "Rechts­guts­ver­tau­schung" inso­weit auch Stern­berg-Lie­ben, JZ 2013, 953, 956[]
  46. BGH, Urteil vom 11.12.2003 – 3 StR 120/​03, BGHSt 49, 34[]
  47. BGH aaO, S. 43[]