Ver­ab­re­dung zu einem Ver­bre­chen – und das Ver­spre­chen einer Bei­hil­fe

Die Straf­bar­keit wegen Ver­ab­re­dung zu einem Ver­bre­chen nach § 30 Abs. 2 StGB setzt die vom ernst­li­chen Wil­len getra­ge­ne Eini­gung meh­re­rer Per­so­nen vor­aus, ein in Aus­sicht genom­me­nes Ver­bre­chen ent­we­der selbst gemein­schaft­lich aus­füh­ren oder einen ande­ren zu sei­ner Aus­füh­rung anstif­ten zu wol­len.

Ver­ab­re­dung zu einem Ver­bre­chen – und das Ver­spre­chen einer Bei­hil­fe

Das Ver­spre­chen einer Bei­hil­fe zu der geplan­ten Tat genügt des­halb nicht 1.

Dies gilt auch dann, wenn es sich bei der in Aus­sicht genom­me­nen Tat um ein Ban­den­de­likt han­delt. Denn der Zusam­men­schluss als Ban­de hat nicht zur Fol­ge, dass jede von einem Ban­den­mit­glied began­ge­ne Tat einem ande­ren Ban­den­mit­glied ohne Wei­te­res als gemein­schaft­lich began­ge­ne Tat im Sin­ne des § 25 Abs. 2 StGB zuge­rech­net wer­den kann.

Die Fra­ge, ob die Betei­li­gung an einem Ban­den­han­del mit Betäu­bungs­mit­teln als Mit­tä­ter­schaft oder Bei­hil­fe zu wer­ten ist, beur­teilt sich viel­mehr nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen 2. Danach ist Mit­tä­ter im Sin­ne von § 25 Abs. 2 StGB, wer einen eige­nen Tat­bei­trag leis­tet und die­sen so in die Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Han­deln als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erscheint.

Zwar kann für die Ein­ord­nung als Mit­tä­ter­schaft ein die Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung för­dern­der Bei­trag aus­rei­chen, der sich auf eine Vor­be­rei­tungs- oder Unter­stüt­zungs­hand­lung beschränkt. Stets muss sich die objek­tiv aus einem wesent­li­chen Tat­bei­trag bestehen­de Mit­wir­kung aber nach der Wil­lens­rich­tung des sich Betei­li­gen­den als Teil der Tätig­keit aller dar­stel­len 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Okto­ber 2016 – 3 StR 321/​16

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 27.01.1982 – 3 StR 437/​81, NStZ 1982, 244; vom 04.02.2009 – 2 StR 165/​08, BGHSt 53, 174, 176 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 19.01.2012 – 2 StR 590/​11, NStZ 2012, 517[]
  3. BGH, Beschluss vom 14.07.2016 – 3 StR 129/​16, Stra­Fo 2016, 392; st. Rspr.[]