Ver­bund­da­tei Rechts­ex­tre­mis­mus

Die Bun­des­re­gie­rung hat den vom Bun­des­mi­nis­ter des Innern vor­ge­leg­ten Ent­wurf eines Geset­zes zur Ver­bes­se­rung der Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht. Ziel des Gesetz­ent­wurfs ist es, ange­sichts der gefühl­ten Bedro­hung durch den gewalt­be­zo­ge­nen Rechts­ex­tre­mis­mus den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Poli­zei­en und Nach­rich­ten­diens­ten wei­ter zu ver­bes­sern.

Ver­bund­da­tei Rechts­ex­tre­mis­mus

Nach­dem am 16.Dezember 2011 das Gemein­sa­me Abwehr­zen­trum Rechts­ex­tre­mis­mus (GAR) sei­nen Betrieb auf­ge­nom­men hat, in dem sich die Poli­zei- und Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den aus Bund und Län­dern tages­ak­tu­ell zu Fäl­len aus dem Bereich Rechts­ex­tre­mis­mus aus­tau­schen, soll mit dem jet­zi­gen Geset­zes­ent­wurf die Rechts­grund­la­ge für die Errich­tung einer gemein­sam von von Bund und Län­dern betrie­be­nen Ver­bund­da­tei Rechts­ex­tre­mis­mus geschaf­fen wer­den.

Mit die­ser gemein­sa­men stan­dar­di­sier­ten zen­tra­len Datei soll der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen dem Bun­des­kri­mi­nal­amt, den Lan­des­kri­mi­nal­äm­tern, den Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den des Bun­des und der Län­der und dem Mili­tä­ri­schen Abschirm­dienst im Bereich der Bekämp­fung des gewalt­be­zo­ge­nen Rechts­ex­tre­mis­mus inten­si­viert und beschleu­nigt wer­den. Ein­zel­ne Erkennt­nis­se, über die eine Behör­de bereits ver­fügt und die bei einer ent­spre­chen­den Ver­knüp­fung mit den Erkennt­nis­sen ande­rer betei­lig­ter Behör­den zur Bekämp­fung des gewalt­be­zo­ge­nen Rechts­ex­tre­mis­mus bei­tra­gen kön­nen, sol­len durch die Datei leich­ter zugäng­lich gemacht wer­den.

Zu die­sem Zwe­cke wer­den die betei­lig­ten Behör­den ver­pflich­tet, in der Datei Daten zu den rele­van­ten Per­so­nen und Objek­ten zu spei­chern. Gespei­chert wer­den den Behör­den bekann­te Rechts­ex­tre­mis­ten, die zur Gewalt auf­ru­fen, Gewalt unter­stüt­zen, vor­be­rei­ten oder durch ihre Tätig­keit her­vor­ru­fen sowie deren zur rechts­ex­tre­mis­ti­schen Sze­ne zuge­hö­ri­gen Kon­takt­per­so­nen. Ein Daten­ab­ruf aus der Datei führt zu einer deut­li­chen Ver­ein­fa­chung des Ver­fah­rens und damit zu einer Opti­mie­rung des Infor­ma­ti­ons­aus­tauschs.

Der Gesetz­ent­wurf lehnt sich im Wesent­li­chen an das Gesetz über die bereits seit 2007 bestehen­de Anti­ter­ror­da­tei (ATD) an. Anders als die ATD wird die zukünf­ti­ge Rechts­ex­tre­mis­mus­da­tei aller­dings nicht nur als rei­ner Fund­stel­len­nach­weis aus­ge­stal­tet, son­dern es wird im Rah­men von Pro­jek­ten zur Auf­klä­rung rechts­ex­tre­mis­ti­scher Bestre­bun­gen sowie zur Ver­hin­de­rung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten auch eine erwei­ter­te Nut­zung der in der Rechts­ex­tre­mis­mus­da­tei gespei­cher­ten Daten mög­lich sein.

Die­se Vor­schrift zur erwei­ter­ten Nut­zung wird in Anleh­nung an die Geset­ze zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung zunächst auf den 31. Janu­ar 2016 befris­tet.