Ver­fah­rens­rügen – und der erfor­der­li­che Vor­trag

§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO ver­pflich­tet den Beschwer­de­füh­rer dazu, die den Ver­fah­rens­man­gel ent­hal­te­nen Tat­sa­chen voll­stän­dig und so genau anzu­ge­ben, dass der Bun­des­ge­richts­hof auf der Grund­la­ge des Vor­trags ent­schei­den kann, ob der gel­tend gemach­te Ver­fah­rens­ver­stoß vor­liegt, wenn die behaup­te­ten Tat­sa­chen bewie­sen wären 1.

Ver­fah­rens­rügen – und der erfor­der­li­che Vor­trag

Die erho­be­nen Ver­fah­rens­rügen einer Ver­let­zung des Beweis­an­trags­rechts (§ 244 Abs. 3 StPO bzw. § 244 Abs. 4 StPO) und der Auf­klä­rungs­pflicht (§ 244 Abs. 2 StPO) sind aller­dings nicht des­halb unzu­läs­sig, weil die Revi­si­on nicht mit­ge­teilt hat, an wel­chem Sit­zungs­tag die Beweis­an­trä­ge gestellt wor­den sind bzw. ihre Ableh­nung erfolgt ist; die Kennt­nis die­ser Tat­sa­chen ist für die Prü­fung der Ver­fah­rens­rügen ent­behr­lich. Die Revi­si­on ist auch nicht zur Wie­der­ga­be der auf die­se Ver­fah­rens­vor­gän­ge bezo­ge­nen "Tei­le des Sit­zungs­pro­to­kolls" ver­pflich­tet.

Glei­ches gilt für die Wie­der­ga­be des "in den Urteils­grün­den erörterte[n] mündliche[n] Gut­ach­ten[s] des Sach­ver­stän­di­gen […]" sowie der dar­in wie­der­ge­ge­be­nen Anga­ben der Neben­klä­ge­rin, die der Bun­des­ge­richts­hof bei gleich­zei­tig erho­be­ner Sach­rü­ge ohne­hin zur Kennt­nis zu neh­men hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Febru­ar 2019 – 4 StR 547/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 27.09.2018 – 4 StR 135/​18, NStZ-RR 2019, 26[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 20.01.2016 – 4 StR 376/​15; zu den Zuläs­sig­keits­vor­aus­set­zun­gen einer Rüge der Ver­let­zung des Beweis­an­trags­rechts und der Auf­klä­rungs­pflicht vgl. LRStPO/​Becker, 26. Aufl., § 244 Rn. 372 ff., 380[]