Ver­fall – und das nicht mehr vor­han­de­ne Ver­mö­gen

Nach § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB kann eine Ver­falls­an­ord­nung bzw. eine Anord­nung des Wert­er­satz­ver­falls unter­blei­ben, soweit das Erlang­te oder des­sen Wert zum Zeit­punkt der tatrich­ter­li­chen Ent­schei­dung im Ver­mö­gen des Betrof­fe­nen nicht mehr vor­han­den sind.

Ver­fall – und das nicht mehr vor­han­de­ne Ver­mö­gen

Es ist des­halb zunächst fest­zu­stel­len, was der Ange­klag­te aus der Tat erlangt hat, sodann ist die­sem Betrag der Wert sei­nes noch vor­han­de­nen Ver­mö­gens gegen­über­zu­stel­len.

Wenn hier­nach auch ein Gegen­wert des Erlang­ten im Ver­mö­gen des Ange­klag­ten nicht mehr vor­han­den ist, kann der Tatrich­ter von einer Ver­falls­an­ord­nung abse­hen 1.

Ver­fügt der Ange­klag­te oder der sonst von Ver­falls­ent­schei­dun­gen Betrof­fe­ne im Zeit­punkt des tatrich­ter­li­chen Urteils nicht (mehr) über Ver­mö­gen, das dem Wert des Erlang­ten und damit grund­sätz­lich Abschöpf­ba­rem ent­spricht, ist die Aus­übung des tatrich­ter­li­chen Ermes­sens aus § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB eröff­net 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Sep­tem­ber 2016 – 1 StR 326/​16

  1. sie­he BGH, Urtei­le vom 02.12 2004 – 3 StR 246/​04, BGHR StGB § 73c Här­te 10; vom 26.03.2009 – 3 StR 579/​08, NStZ 2010, 86; Beschluss vom 13.02.2014 – 1 StR 336/​13, BGHR StGB § 73c Här­te 16 Rn. 16; Urteil vom 26.03.2015 – 4 StR 463/​14, NStZ-RR 2015, 176, 177; Beschluss vom 03.02.2016 – 1 StR 606/​15, Stra­Fo 2016, 166 f.[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 14.01.2016 – 1 StR 615/​15, NStZ-RR 2016, 108 f.; und vom 10.08.2016 – 1 StR 226/​16 jeweils mwN; Urteil vom 10.03.2016 – 3 StR 347/​15 Rn. 41[]