Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die nicht vor­ge­leg­ten Unter­la­gen

Wer­den die zur Begrün­dung einer gegen eine gerich­ti­che Ent­schei­dung gerich­te­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de erfor­der­li­chen Unter­la­gen aus dem (fach-)gerichtlichen Ver­fah­ren nicht vor­ge­legt, ist die Ver­fas­sungs­be­schwer­de man­gels hin­rei­chen­der Begrün­dung unzu­läs­sig.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die nicht vor­ge­leg­ten Unter­la­gen

So hat etwa das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die Auf­recht­erhal­tung von Unter­su­chungs­haft nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, weil die Annah­me­vor­aus­set­zun­gen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht erfüllt waren, da die Ver­fas­sungs­be­schwer­de man­gels hin­rei­chend sub­stan­ti­ier­ter Begrün­dung (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) unzu­läs­sig war:

Zwar liegt auf Grund­la­ge der mit­ge­teil­ten zeit­li­chen Abläu­fe ein Ver­stoß gegen das Beschleu­ni­gungs­ge­bot jeden­falls im Zwi­schen­ver­fah­ren nahe 1. Danach befin­det sich der Beschwer­de­füh­rer seit dem 17.07.2018 in Unter­su­chungs­haft; über die Zulas­sung der am 15.04.2019 erho­be­nen Ankla­ge war zum Zeit­punkt des ange­grif­fe­nen Beschlus­ses des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen vom 20.08.2019 noch nicht ent­schie­den.

Jedoch legt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de die im ange­grif­fe­nen Beschluss des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen in Bezug genom­me­nen Stel­lung­nah­men der Gene­ral­staats­an­walt­schaft und der Staats­an­walt­schaft, die Über­las­tungs­an­zei­ge des Vor­sit­zen­den der Jugend­kam­mer unbe­kann­ten Datums und die hier­auf ergan­ge­nen Prä­si­di­ums­be­schlüs­se des Land­ge­richts Mün­chen I nicht vor und gibt die­se auch nicht inhalt­lich wie­der. Eine ver­ant­wort­ba­re ver­fas­sungs­recht­li­che Beur­tei­lung ist auf die­ser Grund­la­ge nicht mög­lich 2. Ins­be­son­de­re lässt sich nicht beur­tei­len, ob die ein­ge­tre­te­nen Ver­zö­ge­run­gen auf einer außer­ge­wöhn­li­chen, unvor­her­seh­ba­ren Belas­tungs­si­tua­ti­on der Straf­kam­mer beru­hen und ob gege­be­nen­falls die Reak­tio­nen der Jus­tiz­ver­wal­tung hier­auf als recht­zei­tig und aus­rei­chend zu erach­ten sind 3. Es ist nicht die Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, die in Bezug genom­me­nen Doku­men­te zu beschaf­fen oder gar eine noch bei­zu­zie­hen­de Akte auf ver­fas­sungs­recht­lich rele­van­te Tat­sa­chen oder auf ver­fas­sungs­recht­lich rele­van­ten Vor­trag hin zu durch­su­chen 4.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Okto­ber 2019 – 2 BvR 1768/​19

  1. vgl. hier­zu BVerfG, Beschluss vom 01.08.2018 – 2 BvR 1258/​18, Rn. 25, 30 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfGE 130, 1, 21[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.01.2019 – 2 BvR 2429/​18, Rn. 72 f. m.w.N.[]
  4. vgl. BVerfGE 80, 257, 263; 83, 216, 228; BVerfGK 19, 362, 363[]
  5. st. Rspr.; BGH, Beschlüs­se vom…

    Urteilsgründe - und die Darstellung des strafbaren VerhaltensUrteils­grün­de – und die Dar­stel­lung des straf­ba­ren Ver­hal­tens Zur Abfas­sung von Urteils­grün­den hat der Bun­des­ge­richts­hof bereits viel­fach ent­schie­den ((vgl. etwa BGH, Beschluss vom 30.05.2018 – 3 StR 486/​17[]