Ver­ge­wal­ti­gung – und die Gewalt­an­dro­hung gegen eine nahe­ste­hen­de Per­son

Die alte Fas­sung des § 177 Abs. 1 Nr. 2 StGB erfass­te auch sol­che Fäl­le, in denen sich das Zwangs­mit­tel nicht gegen das Opfer der Ver­ge­wal­ti­gung, son­dern gegen eine die­sem nahe­ste­hen­de drit­te Per­son rich­te­te 1.

Ver­ge­wal­ti­gung – und die Gewalt­an­dro­hung gegen eine nahe­ste­hen­de Per­son

Die Neu­fas­sung des § 177 Abs. 5 Nr. 2 StGB (durch das 50. Gesetz zur Ände­rung des Straf­ge­setz­bu­ches – Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung vom 04.11.2016 2) erfor­dert nach ihrem Wort­laut hin­ge­gen aus­drück­lich, dass sich die Dro­hung gegen das Opfer selbst rich­tet.

Die Erzwin­gung sexu­el­ler Hand­lun­gen in der Wei­se, dass der Täter dem Opfer mit Gewalt gegen eine die­sem nahe­ste­hen­de Per­son droht, wird nun­mehr von § 177 Abs. 2 Nr. 5 StGB nF erfasst, unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB nF in glei­cher Wei­se wie nach Tat­zeit­recht als beson­ders schwe­rer Fall ein­ge­stuft und ist als Ver­ge­wal­ti­gung zu ten­orie­ren.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. März 2017 – 3 StR 475/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 16.09.1993 – 1 StR 471/​93, BGHR StGB § 177 Abs. 1 Dro­hung 9[]
  2. BGBI. I S. 2460[]
  3. BGBl.2016 I, 2460[]