Ver­ge­wal­ti­gung – und ein "Kli­ma der Gewalt"

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen auch frü­he­re Dro­hun­gen wie frü­he­re Miss­hand­lun­gen eine in die Tat­ge­gen­wart fort­wir­ken­de Droh­wir­kung ent­fal­ten.

Ver­ge­wal­ti­gung – und ein

Das das Aus­nut­zen eines "Kli­mas der Gewalt" erfüllt aber nur dann die Vor­aus­set­zun­gen einer sexu­el­len Nöti­gung oder Ver­ge­wal­ti­gung im Sin­ne von § 177 StGB aF, wenn durch eine aus­drück­li­che oder kon­klu­den­te Erklä­rung des Täters eine fina­le Ver­knüp­fung mit dem sexu­el­len Über­griff her­ge­stellt wird.

Der Täter muss erken­nen und zumin­dest bil­li­gen, dass das Opfer sein Ver­hal­ten als Dro­hung mit gegen­wär­ti­ger Gefahr für Leib oder Leben emp­fin­det und nur des­halb die sexu­el­le Hand­lung erdul­det 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. April 2018 – 5 StR 635/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 27.03.1996 – 3 StR 518/​95, BGHSt 42, 107, 111 f.; vom 27.02.2013 – 4 StR 544/​12, NStZ-RR 2013, 207, 208; vom 10.09.2014 – 5 StR 261/​14 mwN; und vom 07.01.2015 – 2 StR 463/​14[]