Verjährung – und die Unterbrechungswirkung von Untersuchungshandlungen

Die Unterbrechungswirkung von Untersuchungshandlungen erstreckt sich grundsätzlich auf alle verfahrensgegenständlichen Taten, wenn in einem Verfahren wegen mehrerer Taten im prozessualen Sinn ermittelt wird, es sei denn der – insoweit maßgebliche – Verfolgungswille der Strafverfolgungsbehörden ist erkennbar lediglich auf eine oder mehrere Taten beschränkt.

Verjährung – und die Unterbrechungswirkung von Untersuchungshandlungen

Für die Bestimmung des Verfolgungswillens ist der Zweck der richterlichen Untersuchungsmaßnahme maßgeblich1.

Eine umschriebene Begehungsweise genügt dem Bedürfnis, die von der Unterbrechung betroffenen Taten von denkbar ähnlichen oder gleichartigen Vorkommnissen, auf die sich die Verfolgung nicht bezog, zu unterscheiden2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 29. Januar 2015 – 1 StR 587/14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.04.2000 – 5 StR 226/99, NStZ 2000, 427, 428 f.; Beschluss vom 27.05.2003 – 4 StR 142/03, NStZ 2004, 275 mwN; Urteil vom 22.08.2006 – 1 StR 547/05, NStZ 2007, 213, 215 mwN; Beschluss vom 08.02.2011 – 1 StR 490/10, BGHSt 56, 146, 152 f.; Urteil vom 04.05.2011 – 2 StR 524/10, NJW 2011, 2310, 2311 []
  2. vgl. BGH, Urteile vom 20.05.1969 – 5 StR 658/68, BGHSt 22, 375, 385; vom 14.06.2000 – 3 StR 94/00, BGHR StGB § 78 Abs. 1 Tat 3; und vom 22.08.2006 – 1 StR 547/05, NStZ 2007, 213, 215 mwN []