Ver­jäh­rungs­frist für Geld­wä­scheta­ten – und die noch vor­han­de­nen Sur­ro­ga­te

Die Ver­jäh­rungs­frist für Geld­wä­scheta­ten beträgt gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB fünf Jah­re.

Ver­jäh­rungs­frist für Geld­wä­scheta­ten – und die noch vor­han­de­nen Sur­ro­ga­te

Es liegt jedoch solan­ge noch kei­ne Tat­be­en­di­gung im Sin­ne von § 78a StGB vor, wie dem Täter der Geld­wä­sche­hand­lung noch aus der Geld­wä­sche­vor­tat her­rüh­ren­de Gegen­stän­de zuste­hen.

Aus der Geld­wä­sche­vor­tat rüh­ren auch sol­che Gegen­stän­de her, die erst durch eine Ver­wer­tung des vom Vor­tä­ter ursprüng­lich Erlang­ten als Sur­ro­gat erwor­ben wer­den und daher nur mit­tel­bar aus der Vor­tat stam­men 1.

Der Geld­wä­scher setzt das Ver­wah­ren an erwor­be­nen Sur­ro­ga­ten fort 2. Der Geld­wä­scher ver­schafft sie sich, indem er die vom Vor­tä­ter stam­men­den Geld­mit­tel hier­für ein­setzt. Die ent­spre­chen­den Gut­schrif­ten auf sei­nem Giro­kon­to sind als For­de­run­gen des Geld­wä­schers gegen die kon­to­füh­ren­de Bank blo­ße Rech­nungs­pos­ten im Rah­men der Kon­to­kor­rent­bin­dung 3 und gehen alle in die zunächst posi­ti­ven Tages­sal­den ein. Deren Aus­zah­lung kann der Geld­wä­scher bean­spru­chen 4.

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Die noch nach deren Aus­zah­lung von ihm gehal­te­nen Ver­mö­gens­wer­te hat der Geld­wä­scher an diver­sen Tagen­hin­ein unter Nut­zung die­ser Tages­sal­den, folg­lich mit­hil­fe aller Gut­schrif­ten erwor­ben oder im Wert mehr als nur uner­heb­lich 5 gestei­gert.

Dies steht der Tat­be­en­di­gung ent­ge­gen, denn das Tat­un­recht war noch nicht in vol­lem Umfang ver­wirk­licht 6.

Der Bun­des­ge­richts­hof brauch­te vor­lie­gend auf die kon­kur­renz­recht­li­che Ein­ord­nung der ein­zel­nen Tat­hand­lun­gen nicht wei­ter ein­zu­ge­hen 7. Dass im vor­lie­gen­den Fall der Ange­klag­te und sei­ne Ehe­frau einen Groß­teil des Buch­gelds bereits fünf Jah­re vor der ers­ten ver­jäh­rungs­un­ter­bre­chen­den Durch­su­chungs­maß­nah­me ver­braucht hat­ten, kann schon aus den genann­ten Grün­den kei­nen (teil­wei­sen) Ein­tritt der Ver­jäh­rung zur Fol­ge haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Janu­ar 2019 – 1 StR 311/​17

  1. vgl. BT-Drs. 12/​989 S. 27; 12/​3533 S. 12; näher BGH, Urteil vom 15.08.2018 – 5 StR 100/​18, wis­tra 2019, 29 Rn. 28 mwN; Beschluss vom 27.11.2018 – 5 StR 234/​18, WM 2019, 107 Rn. 17 f.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 12.07.2016 – 1 StR 595/​15, NStZ 2017, 167, 170; Neu­heu­ser, NStZ 2008, 492, 496[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2005 – – XI ZR 286/​04, BGHZ 162, 349, 351[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 30.06.1982 – – VIII ZR 129/​81, BGHZ 84, 325, 330[]
  5. vgl. BGH aaO, NStZ 2017, 167, 169; Beschluss vom 20.05.2015 – 1 StR 33/​15, NStZ 2015, 703, 704[]
  6. vgl. BGH, Urteil vom 19.06.2008 – 3 StR 90/​08, BGHSt 52, 300 Rn. 6 mwN[]
  7. vgl. dazu etwa SSWStGB/​Jahn, 4. Aufl., § 261 Rn. 102; Münch­Komm-StG­B/­Neu­heu­ser, 3. Aufl., § 261 Rn. 110[]