Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht – und die recht­zei­ti­ge Rüge

Bei ver­zicht­ba­ren Ver­fah­rens­män­geln (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO), zu denen auch die von der Klä­ge­rin gerüg­te Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht (§ 76 Abs. 1 FGO) gehört, geht das Rüge­recht schon durch das blo­ße Unter­las­sen einer recht­zei­ti­gen Rüge ver­lo­ren.

Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht – und die recht­zei­ti­ge Rüge

Dies ist nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs u.a. dann der Fall, wenn die durch einen Rechts­an­walt fach­kun­dig ver­tre­te­ne Klä­ge­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Finanz­ge­richt weder Beweis­an­trä­ge gestellt noch die Ver­let­zung einer von Amts wegen ‑auch ohne ent­spre­chen­den Beweis­an­trag- gebo­te­nen Sach­auf­klä­rung gerügt hat – und auch kei­nen Sach­ver­halt geschil­dert hat, auf­grund des­sen eine sol­che Rüge ent­behr­lich hät­te sein kön­nen 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. April 2016 – V R 6/​14

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, z.B. BFH, Beschluss vom 23.10.2015 – IX B 92/​15, BFH/​NV 2016, 217, Leit­satz 1 sowie Rz 2[]