Ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit – und die Straf­zu­mes­sung

Ob bei Vor­lie­gen ver­min­der­ter Schuld­fä­hig­keit im Sin­ne des § 21 StGB eine Straf­mil­de­rung vor­zu­neh­men oder zu ver­sa­gen ist, hat der Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen zu ent­schei­den [1].

Ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit – und die Straf­zu­mes­sung

Im Rah­men die­ser Ermes­sens­ent­schei­dung ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Schuld­ge­halt der Tat bei einer erheb­li­chen Ver­min­de­rung der Schuld­fä­hig­keit in aller Regel ver­min­dert ist [2].

Eine Straf­rah­men­ver­schie­bung ist daher in der Regel vor­zu­neh­men, wenn nicht ande­re, die Schuld des Täters erhö­hen­de Umstän­de dem ent­ge­gen­ste­hen [3] oder der Täter die Bege­hung von Straf­ta­ten vor­aus­ge­se­hen hat oder hät­te vor­aus­se­hen kön­nen, etwa, weil er aus frü­he­ren Erfah­run­gen weiß, dass er unter Alko­hol- oder Dro­gen­ein­fluss zur Bege­hung von Straf­ta­ten neigt [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2015 – 2 StR 350/​15

  1. BGH, Urteil vom 15.02.2006 – 2 StR 419/​05, StV 2006, 465, 466[]
  2. BGH, Urteil vom 10.11.1954 – 5 StR 476/​54, BGHSt 7, 28, 30[]
  3. BGH, aaO[]
  4. BGH, Beschluss vom 25.03.2014 – 1 StR 65/​14, NStZ-RR 2014, 238, 239; Urteil vom 29.04.1997 – 1 StR 511/​95, BGHSt 43, 66, 78[]