Ver­mitt­lung eines Aus­lands­ge­schäfts über Kriegs­waf­fen – und die Ver­ab­re­dung der Ver­mitt­ler

Hand­lun­gen, die auf die Ver­mitt­lung eines Aus­lands­ge­schäfts über Kriegs­waf­fen zie­len, haben das Ver­suchs­sta­di­um noch nicht erreicht, wenn noch kein bin­den­des Ver­trags­an­ge­bot über die Lie­fe­rung vor­liegt, das alle wesent­li­chen für einen Ver­trags­schluss not­wen­di­gen Anga­ben ent­hält 1.

Ver­mitt­lung eines Aus­lands­ge­schäfts über Kriegs­waf­fen – und die Ver­ab­re­dung der Ver­mitt­ler

Aller­dings kann hier­in bereits eine Ver­ab­re­dung im Sin­ne des § 30 Abs. 2 StGB lie­gen, die­ses Ver­bre­chen zu bege­hen. Hier­zu müs­sen die Mit­tä­ter hat­ten in zumin­dest still­schwei­gen­der Über­ein­kunft den unbe­ding­ten Ent­schluss gefasst, als Mit­tä­ter (§ 25 Abs. 2 StGB) den in den wesent­li­chen Grund­zü­gen bereits kon­kre­ti­sier­ten Kauf­ver­trag über die Kampf­flug­zeu­ge zu ver­mit­teln 2.

Dem Ent­schluss zu einer mit­tä­ter­schaft­li­chen Tat­be­ge­hung steht nicht ent­ge­gen, dass der eine Mit­tä­ter mehr dem Lager der Ver­käu­fer zuzu­ord­nen ist, wäh­rend der ande­re im Lager des Käu­fers steht.

Zwar ist für den Betäu­bungs­mit­tel­han­del in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aner­kannt, dass sich das Zusam­men­wir­ken des Ver­äu­ße­rers und des Erwer­bers nicht als Mit­tä­ter­schaft, son­dern als selb­stän­di­ge Täter­schaft dar­stellt. Die­se Beur­tei­lung ist dar­in begrün­det, dass bei­de sich als Geschäfts­part­ner gegen­über­ste­hen und gegen­sätz­li­che Inter­es­sen ver­fol­gen, so dass ihr gemein­sa­mes Tätig­wer­den allein durch die Art der Delikts­ver­wirk­li­chung vor­ge­ge­ben ist 3.

Auf die hier zu beur­tei­len­de Fall­kon­stel­la­ti­on kann die­ser Rechts­ge­dan­ke indes nicht über­tra­gen wer­den. Die bei­den Ver­mitt­ler ver­folg­ten gera­de kei­ne gegen­sätz­li­chen Inter­es­sen; viel­mehr war ihr gemein­schaft­li­ches Han­deln von einem gleich­lau­fen­den Pro­vi­si­ons­in­ter­es­se bestimmt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Novem­ber 2016 – 3 StR 368/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 27.06.1993 – 1 StR 339/​93, NStZ 1994, 135, 136; Beschluss vom 17.02.1989 – 3 StR 468/​88, BGHR KWKG § 16 Abs. 1 Nr. 7 Ver­such 2[]
  2. vgl. hier­zu BGH, Urtei­le vom 27.06.1993 – 1 StR 339/​93, aaO; vom 13.11.2008 – 3 StR 403/​08, BGHR KWKG § 22a Abs. 1 Nr. 7 Ver­mit­teln 2; OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 25.10.2006 – III1 Ws 391/​06, NStZ 2007, 647, 648; Münch­Komm-StG­B/H­ein­rich, 2. Aufl., § 22a KWKG Rn. 87[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 17.07.2002 – 2 ARs 164/​02, NJW 2002, 3486, 3487; Urteil vom 30.09.2008 – 5 StR 215/​08, NStZ 2009, 221, 222; Beschlüs­se vom 31.03.2011 – 3 StR 400/​10, BGHR StGB § 9 Abs. 1 Teil­nah­me 1; vom 14.07.2011 – 4 StR 139/​11, Stra­Fo 2011, 391[]