Ver­mö­gens­ab­schöp­fung – und die Straf­zu­mes­sung

Das Gericht ist nicht gehal­ten, die ange­ord­ne­te Ein­zie­hung des Wer­tes von Tat­erträ­gen straf­mil­dernd zu berück­sich­ti­gen.

Ver­mö­gens­ab­schöp­fung – und die Straf­zu­mes­sung

Für die frü­he­re Rege­lung des Ver­falls ent­sprach es der stän­di­gen Recht­spre­chung, dass die­se Maß­nah­me trotz bis­wei­len erheb­li­cher Belas­tun­gen für den Ver­ur­teil­ten kei­nen Straf­cha­rak­ter hat und kei­nen Genug­tu­ungs, son­dern einen Prä­ven­ti­ons­zweck ver­folgt1.

Die umfas­sen­de Neu­re­ge­lung der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung hat zwar unter ande­rem zu einer Ände­rung des Begriffs der Maß­nah­me geführt, ihren Rechts­cha­rak­ter aber unbe­rührt gelas­sen2.

Danach besteht auch kein Anlass, von der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung abzu­wei­chen, die aus der Rechts­na­tur des Insti­tuts abge­lei­tet hat, dass die mit des­sen Anwen­dung ver­bun­de­ne Ver­mö­gens­ein­bu­ße regel­mä­ßig kei­nen Straf­mil­de­rungs­grund dar­stellt3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2018 – 5 StR 600/​17

  1. BGH, Urtei­le vom 01.03.1995 – 2 StR 691/​94, NJW 1995, 2235 f.; vom 21.03.2002 – 5 StR 138/​01, BGHSt 47, 260, 265 f.; vom 16.05.2006 – 1 StR 46/​06, BGHSt 51, 65, 67; und vom 30.05.2008 – 1 StR 166/​07, BGHSt 52, 227, 248; vgl. auch BVerfG, NJW 2004, 2073, 2074
  2. vgl. Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung, BT-Drs. 18/​9525 S. 55; sie­he auch Köh­ler, NStZ 2017, 497, 498, 502
  3. vgl. BGH, Urteil vom 01.03.1995 – 2 StR 691/​94, aaO; und vom 28.01.2015 – 5 StR 486/​14, NStZ-RR 2015, 281, 282; Beschlüs­se vom 20.10.1999 – 3 StR 324/​99, NStZ 2000, 137; und vom 22.11.2000 – 1 StR 479/​00, NStZ 2001, 312