Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che – und die Rüge der nicht erfolg­ten Mit­tei­lung

Um dem Revi­si­ons­ge­richt die Prü­fung zu ermög­li­chen, ob ver­stän­di­gungs­be­zo­ge­ne – und damit eine Unter­rich­tungs­pflicht aus­lö­sen­de – Gesprä­che statt­ge­fun­den haben, muss der Revi­si­ons­füh­rer Tat­sa­chen zum Inhalt der Erör­te­run­gen vor­tra­gen. Es reicht nicht, wenn er ledig­lich behaup­tet, es hät­ten sol­che Gesprä­che statt­ge­fun­den.

Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che – und die Rüge der nicht erfolg­ten Mit­tei­lung

Erfor­der­lich ist viel­mehr die Behaup­tung von Tat­sa­chen, die eine Über­prü­fung dahin gestat­ten, ob dabei aus­drück­lich oder kon­klu­dent die Mög­lich­keit und die Umstän­de einer Ver­stän­di­gung im Raum stan­den, was jeden­falls dann der Fall ist, wenn Fra­gen des pro­zes­sua­len Ver­hal­tens in Kon­nex zum Ver­fah­rens­er­geb­nis gebracht wur­den, damit die Fra­ge nach oder die Äuße­rung zu einer Straf­er­war­tung nahe­lag und somit die Mit­tei­lungs­pflicht aus­ge­löst wur­de 1.

Die­ser Pflicht zur Mit­tei­lung des kon­kre­ten Gesprächs­in­halts 2, die dem Revi­si­ons­ge­richt die Prü­fung ermög­licht, ob ein Rechts­feh­ler gege­ben ist, ist die Revi­si­on in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nicht nach­ge­kom­men: Der Vor­trag zu der Absicht, mit der die Ver­tei­di­gung eine Sit­zungs­un­ter­bre­chung bean­tragt hat­te, sowie die Behaup­tung, es hät­ten "Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che" statt­ge­fun­den, sind kei­ne die Rechts­prü­fung des Revi­si­ons­ge­richts ermög­li­chen­den Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen zum Inhalt der tat­säch­lich geführ­ten Erör­te­run­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Sep­tem­ber 2015 – 3 StR 310/​15

  1. BVerfG, Urteil vom 19.03.2013 – 2 BvR 2628/​10 u.a., BVerfGE 133, 168, 216 f.[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 29.04.2014 – 3 StR 24/​14, NStZ 2014, 529; vom 22.07.2014 – 1 StR 210/​14, NStZ 2015, 48; vom 25.06.2015 – 1 StR 579/​14, NStZ 2015, 657, 658[]