Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che – und ihre Mit­tei­lung unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit

Nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts begeg­nen der Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs [1], wonach die in nicht­öf­fent­li­cher Haupt­ver­hand­lung erfolg­los geführ­ten Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che in so enger Bezie­hung zur Ein­las­sung des Beschwer­de­füh­rers stan­den, dass sie von dem auf § 171b GVG gestütz­ten Aus­schluss der Öffent­lich­keit „für die Dau­er sei­ner Ein­las­sung“ umfasst waren, ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken.

Ver­stän­di­gungs­ge­sprä­che – und ihre Mit­tei­lung unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit

Denn der Bun­des­ge­richts­hof hat bei sei­ner Ent­schei­dung nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nicht erkenn­bar die beson­de­re Bedeu­tung der Kon­trol­le des Ver­stän­di­gungs­ge­sche­hens durch die Öffent­lich­keit berück­sich­tigt [2].

Ob inso­weit ein Ver­fas­sungs­ver­stoß vor­liegt, konn­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren jedoch letzt­lich offen­las­sen, da es die Ver­fas­sungs­be­schwer­de wegen Unzu­läs­sig­keit nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men hat.

Denn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de geht nicht auf die Aus­füh­run­gen des Gene­ral­bun­des­an­walts ein, wonach das Urteil nicht auf einem etwai­gen Trans­pa­renz­ver­stoß beru­he, weil das Vor­lie­gen einer geset­zes­wid­ri­gen Abspra­che oder dies­be­züg­li­cher Gesprächs­be­mü­hun­gen mit Sicher­heit aus­ge­schlos­sen wer­den kön­ne. Da die Aus­füh­run­gen des Bun­des­ge­richts­hofs aus­drück­lich nur ergän­zend zur Antrags­schrift des Gene­ral­bun­des­an­walts erfolg­ten, hät­te sich der Beschwer­de­füh­rer mit die­ser – ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich trag­fä­hi­gen – Argu­men­ta­ti­on indes sub­stan­ti­iert aus­ein­an­der­set­zen müs­sen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Febru­ar 2016 – 2 BvR 107/​16

  1. BGH, Beschluss vom 12.11.2015 – 5 StR 467/​15[]
  2. vgl. BVerfGE 133, 168, 214 ff. Rn. 80 ff.[]
  3. vgl. BVerfGE 105, 252, 264; BVerfGK 14, 402, 417[]