Ver­such­ter Tot­schlag – und der Rück­tritts­ho­ri­zont

Recht­li­cher Maß­stab für die Annah­me eines been­de­ten Ver­suchs des Tot­schlags ist das Vor­stel­lungs­bild (Rück­tritts­ho­ri­zont) des Täters nach der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung 1.

Ver­such­ter Tot­schlag – und der Rück­tritts­ho­ri­zont

Dabei liegt ein been­de­ter Ver­such bereits dann vor, wenn der Täter die nahe­lie­gen­de Mög­lich­keit des Erfolgs­ein­tritts erkennt, selbst wenn er den Erfolg weder will noch bil­ligt 2.

Die Kennt­nis der tat­säch­li­chen Umstän­de, die den Erfolgs­ein­tritt nahe legen, reicht aus 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Juni 2017 – 2 StR 140/​17

  1. BGH, Urteil vom 29.06.2016 – 2 StR 588/​15, NStZ 2016, 664, 665; BGH, Beschluss vom 27.11.2014 – 3 StR 458/​14, NStZ 2015, 331[]
  2. BGH, Urteil vom 25.11.2004 – 4 StR 326/​04, NStZ 2005, 263, 264[]
  3. BGH aaO[]
  4. vgl. BVerfGE 107, 395, 414[]