Ver­trau­lich­keit der Man­dan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on

Das Bun­des­ka­bi­nett hat ges­tern einen Gesetz­ent­wurf zur Stär­kung des Schut­zes von Ver­trau­ens­ver­hält­nis­sen zu Rechts­an­wäl­ten im Straf­pro­zess­recht beschlos­sen.

Ver­trau­lich­keit der Man­dan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on

Die in die­sem Geset­zes­ent­wurf vor­ge­se­he­nen Geset­zes­än­de­run­gen sol­len dafür sor­gen, dass die­je­ni­gen, die bei ihrem Rechts­an­walt um Rat und Hil­fe suchen, vor staat­li­chen Über­wa­chungs­maß­nah­men künf­tig bes­ser geschützt sind. Hier war im Rah­men der letz­ten Refor­men sei­tens des Gesetz­ge­bers eine künst­li­che Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen der – umfas­send geschütz­ten – Man­dan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on mit Straf­ver­tei­di­gern und der – nur ein­ge­schränkt geschütz­ten – Kom­mu­ni­ka­ti­on der Man­dan­ten mit "nor­ma­len" Rechts­an­wäl­ten ein­ge­führt wor­den. Die­se Dif­fe­ren­zie­rung soll nun wie­der zurück­ge­fah­ren wer­den.

Ein Man­dant muss sicher sein, dass das, was er mit sei­nem Anwalt bespricht, auch wirk­lich ver­trau­lich bleibt. Der Schutz die­ses Ver­trau­ens muss für jede anwalt­li­che Bera­tung gel­ten und darf nicht durch eine künst­li­che Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Straf­ver­tei­di­gung und sons­ti­ger Anwalts­tä­tig­keit unter­gra­ben wer­den. Dies gilt umso mehr, als vie­le Rechts­ge­bie­te wie etwa das Wirt­schafts­recht und das Insol­venz­recht eng mit straf­recht­li­chen Fra­gen ver­wo­ben sind und sich nicht ein­deu­tig von­ein­an­der abgren­zen las­sen. Die freie und unge­hin­der­te Kom­mu­ni­ka­ti­on des Man­dan­ten mit allen sei­nen Anwäl­ten – nicht nur mit sei­nem Straf­ver­tei­di­ger – soll künf­tig end­lich wie­der von staat­li­cher Aus­for­schung fern­ge­hal­ten wer­den.