Ver­ur­tei­lung nur wegen Bei­hil­fe – und der unter­blie­be­ne Hin­weis des Gerichts

Das Gericht hat den Ange­klag­ten gemäß § 265 Abs. 1 StPO dar­auf hin­zu­wei­sen, wenn an Stel­le einer Ver­ur­tei­lung wegen täter­schaft­li­chen Han­delns – ent­spre­chend dem Vor­wurf in der unver­än­dert zur Haupt­ver­hand­lung zuge­las­se­nen Ankla­ge – (ledig­lich) eine Ver­ur­tei­lung wegen Bei­hil­fe zur uner­laub­ten Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge in Tat­ein­heit mit Bei­hil­fe zum uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge – ent­spre­chend dem Schuld­spruch – in Betracht kommt1.

Ver­ur­tei­lung nur wegen Bei­hil­fe – und der unter­blie­be­ne Hin­weis des Gerichts

Der Hin­weis ist ins­be­son­de­re auch nicht des­halb ent­behr­lich, weil das Gericht in einem Haft­fort­dau­er­be­schluss dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass der Ange­klag­te ent­we­der als Mit­tä­ter des Mit­an­ge­klag­ten Z. oder zu des­sen Unter­stüt­zung an des­sen Tat betei­ligt war. Denn die in die­sem Beschluss erfolg­ten Aus­füh­run­gen ver­mö­gen einen recht­li­chen Hin­weis nach § 265 Abs. 1 StPO nicht zu erset­zen2.

Im vor­lie­gen­den Fall schloß der Bun­des­ge­richts­hof jedoch mit Blick auf die Dar­stel­lung des Tat­vor­wurfs in der Ankla­ge­schrift aus, dass die Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten auf die­sem Rechts­feh­ler beruht, weil der zum äuße­ren Tat­ge­sche­hen gestän­di­ge Ange­klag­te sich nicht wirk­sa­mer als gesche­hen hät­te ver­tei­di­gen kön­nen3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2019 – 1 StR 298/​18

  1. vgl. Schmitt in MeyerGoßner/​Schmitt, StPO, 61. Aufl., § 265 Rn. 14 mwN
  2. vgl. BGH, Urteil vom 20.12 1967 – 4 StR 485/​67, BGHSt 22, 29
  3. vgl. BGH, Urteil vom 20.07.1976 – 1 StR 327/​76, MDR 1977, 63