Ver­wer­fung der Revi­si­on – und das recht­li­che Gehör

Die Ver­wer­fung der Revi­si­on auf die Antrags­schrift des Gene­ral­bun­des­an­walts und ohne vor­he­ri­gen Hin­weis auf die Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs nach § 349 Abs. 2 StPO ent­spricht der übli­chen Bera­tungs- und Ent­schei­dungs­pra­xis der Straf­se­na­te des Bun­des­ge­richts­hofs.

Ver­wer­fung der Revi­si­on – und das recht­li­che Gehör

Dem Anspruch des Ver­ur­teil­ten auf recht­li­ches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) ist dadurch Rech­nung getra­gen wor­den, dass der BGH, Beschluss auf den begrün­de­ten Antrag der Staats­an­walt­schaft ergan­gen ist und der Ver­ur­teil­te mit der Zustel­lung des Antrags Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me erhal­ten hat.

Um bei die­sem Ver­fah­rens­stand nach § 349 Abs. 2 StPO ent­schei­den zu kön­nen, muss sich das Revi­si­ons­ge­richt nur im Ergeb­nis, nicht aber auch in allen Tei­len der Begrün­dung dem Antrag der Staats­an­walt­schaft anschlie­ßen.

In die­sen Fäl­len ist es auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht gebo­ten, die Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts zu begrün­den 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. August 2018 – 3 StR 407/​17

  1. vgl. zu allem BVerfG, Beschlüs­se vom 21.01.2002 – 2 BvR 1225/​01, NStZ 2002, 487, 488 f.; vom 30.06.2014 – 2 BvR 792/​11, NJW 2014, 2563, 2564[]