Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung für den ange­ord­ne­ten Ver­fall

Wäh­rend der Voll­stre­ckung von Unter­su­chungs- und Straf­haft ruht die Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung auch bezüg­lich des im sel­ben Urteil ange­ord­ne­ten Ver­falls (von Wert­er­satz). Wäh­rend der Aus­set­zung der Voll­stre­ckung von (Rest-) Frei­heits­stra­fe zur Bewäh­rung ruht die Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung bezüg­lich des in dem­sel­ben Urteil ange­ord­ne­ten Ver­falls nicht.

Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung für den ange­ord­ne­ten Ver­fall

Die Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung von Frei­heits­stra­fe endet mit (voll­stän­di­ger) Voll­stre­ckung bzw. im Fal­le des Straf­er­las­ses inner­halb eines Jah­res nach Ablauf der Bewäh­rungs­zeit.

Die Kon­gru­enz­vor­schrift des § 79 Abs. 5 StGB, wonach die Voll­stre­ckung der einen Stra­fe oder Maß­nah­me nicht frü­her als die ande­re ver­jährt, führt auch bei noch lau­fen­der Ver­jäh­rungs­frist der Voll­stre­ckung einer (Stra­fe oder) Maß­nah­me nicht zur Unbe­acht­lich­keit des Erlas­ses wegen Wei­ter­lau­fens der für die "andere(n) Strafe(n)" lau­fen­den Frist der Voll­stre­ckungs­ver­jäh­rung über den Zeit­punkt des Erlas­ses der letz­te­ren hin­aus.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 1. Novem­ber 2010 – 2 Ws 53/​10, 2 Ws 54/​10, 2 Ws 53 – 54/​10