Voll­zo­ge­ne Unter­su­chungs­haft – und ihre straf­mil­dern­de Berück­sich­ti­gung

Unter­su­chungs­haft ist, jeden­falls bei der Ver­hän­gung einer zu ver­bü­ßen­den Frei­heits­stra­fe, kein Straf­mil­de­rungs­grund; sie wird gemäß § 51 Abs. 1 Satz 1 StGB grund­sätz­lich auf die zu voll­stre­cken­de Stra­fe ange­rech­net.

Voll­zo­ge­ne Unter­su­chungs­haft – und ihre straf­mil­dern­de Berück­sich­ti­gung

Ande­res gilt nur in Fäl­len, in denen der Voll­zug von Unter­su­chungs­haft aus­nahms­wei­se mit unge­wöhn­li­chen, über das übli­che Maß deut­lich hin­aus­ge­hen­den Beschwer­nis­sen ver­bun­den ist 1.

Will der Tatrich­ter wegen beson­de­rer Nach­tei­le für den Ange­klag­ten den Voll­zug der Unter­su­chungs­haft bei der Straf­zu­mes­sung straf­mil­dernd berück­sich­ti­gen, müs­sen die­se Nach­tei­le in den Urteils­grün­den dar­ge­legt wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. August 2016 – 2 StR 504/​15

  1. BGH, Urteil vom 19.05.2010 – 2 StR 102/​10, NStZ 2011, 100; BGH, Urteil vom 19.12 2013 – 4 StR 303/​13, NStZ-RR 2014, 82, 83[]
  2. BGH, Urteil vom 14.06.2006 – 2 StR 34/​06, NJW 2006, 2645[]