Vom Wahl­ver­tei­di­ger zum Pflicht­ver­tei­di­ger

Eine Ver­tei­di­ger­voll­macht erlischt mit der Bestel­lung des (Wahl)Verteidigers zum Pflicht­ver­tei­di­ger.

Vom Wahl­ver­tei­di­ger zum Pflicht­ver­tei­di­ger

Die Pflicht­ver­tei­di­ger­be­stel­lung setzt nach § 141 Abs. 1 StPO das Nicht­be­stehen eines Wahl­man­da­tes vor­aus (vgl. auch § 143 StPO). Ent­spre­chend ent­hält der Antrag des Wahl­ver­tei­di­gers, ihn als Pflicht­ver­tei­di­ger bei­zu­ord­nen, die Erklä­rung, die Wahl­ver­tei­di­gung sol­le mit der Bestel­lung enden 1.

Wird dem Antrag statt­ge­ge­ben, endet das zivil­recht­li­che Auf­trags- bzw. Geschäfts­be­sor­gungs­ver­hält­nis (§ 675 BGB) des Rechts­an­wal­tes, der in der Fol­ge sei­ne Tätig­keit als Pflicht­ver­tei­di­ger allein auf der Grund­la­ge der öffent­lich­recht­li­chen Bestel­lung aus­führt.

Das Ende des Ver­trags­ver­hält­nis­ses hat das Erlö­schen der zuvor erteil­ten Straf­pro­zess­voll­macht zur Fol­ge 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Okto­ber 2016 – 3 StR 268/​16

  1. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 142 Rn. 7 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 13.08.2014 – 2 StR 573/​13, BGHSt 59, 284, 286 f.; vgl. auch BGH, Beschluss vom 15.01.2014 – 4 StR 346/​13 2[]