Vom Zeu­gen zum Beschul­dig­ten – oder: die Fra­ge des rich­ti­gen Beleh­rungs­zeit­punkts

Die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den haben einen Zeu­gen erst dann als Beschul­dig­ten zu behan­deln, wenn sich der Ver­dacht gegen ihn so ver­dich­tet hat, dass der Zeu­ge ernst­lich als Täter der unter­such­ten Straf­tat in Betracht kommt.

Vom Zeu­gen zum Beschul­dig­ten – oder: die Fra­ge des rich­ti­gen Beleh­rungs­zeit­punkts

Die Gren­zen des den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den ein­ge­räum­ten Beur­tei­lungs­spiel­raums sind erst dann über­schrit­ten, wenn trotz star­ken Tat­ver­dachts nicht von der Zeu­gen- zur Beschul­dig­ten­ver­neh­mung über­ge­gan­gen wird 1 und auf die­se Wei­se die Beschul­dig­ten­rech­te umgan­gen wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 186/​17

  1. BGH, Urteil vom 31.05.1990 – 4 StR 112/​90, BGHSt 37, 48, 51 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 21.07.1994 – 1 StR 83/​94, BGHR StPO § 136 Beleh­rung 6[]