Vor­ent­hal­ten von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen für meh­re­re Arbeit­neh­mer – und der Ankla­ge­satz

Bei gleich­zei­ti­gem Vor­ent­hal­ten von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen für meh­re­re Arbeit­neh­mer gegen­über der­sel­ben Ein­zugs­stel­le liegt aber nur eine Tat vor 1.

Vor­ent­hal­ten von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen für meh­re­re Arbeit­neh­mer – und der Ankla­ge­satz

Für die­se Tat muss der Ankla­ge­satz die Stel­lung des Ange­klag­ten als Arbeit­ge­ber, sei­nen Geschäfts­ort, die Ein­zugs­stel­le und die die­ser gegen­über zu ent­rich­ten­den Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge – auf­ge­schlüs­selt nach Arbeit­neh­mer- und Arbeit­ge­ber­an­tei­len – zu kon­kret bezeich­ne­ten Beschäf­ti­gungs- und Bei­trags­mo­na­ten mit­tei­len.

Die­se Anga­ben las­sen eine Abgren­zung zu ande­ren Taten ohne wei­te­res zu. Für die Erfül­lung der Umgren­zungs­funk­ti­on der Ankla­ge bedarf es des­halb weder nähe­rer Anga­ben zu den Ein­künf­ten der ein­zel­nen Arbeit­neh­mer und zu dem jewei­li­gen Berech­nungs­satz für die Höhe der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge noch einer Dif­fe­ren­zie­rung nach ein­zel­nen Per­so­nen bei der Auf­lis­tung der Taten, die nach Beschäf­ti­gungs­mo­na­ten abge­grenzt wor­den sind 2.

Inso­weit bestehen­de Män­gel in der Infor­ma­ti­ons­funk­ti­on der Ankla­ge­schrift las­sen sich im wei­te­ren Ver­fah­ren durch gericht­li­che Hin­wei­se zur Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs behe­ben 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. April 2018 – 5 StR 538/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.04.2007 – 1 StR 639/​06, Stra­Fo 2007, 342; LK-Möh­ren­schla­ger, 12. Aufl. § 266a Rn. 108[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 09.01.2018 – 1 StR 370/​17, NJW 2018, 878, 880, und Beschluss vom 26.04.2017 – 2 StR 242/​16, wis­tra 2018, 49, 50, jeweils in Abgren­zung zu OLG Cel­le, Beschluss vom 03.07.2013 – 1 Ws 123/​13, und OLG Hamm, wis­tra 2016, 86, 87[]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 11.01.1994 – 5 StR 682/​93, BGHSt 40, 44, 45; vom 29.07.1998 – 1 StR 94/​98, BGHSt 44, 153, 156; und vom 24.01.2012 – 1 StR 412/​11, BGHSt 57, 88, 91; Beschluss vom 26.04.2017 – 2 StR 242/​16, aaO[]