Vor­sätz­li­che Trun­ken­heit im Ver­kehr bei Berufs­kraft­fah­rern

Ein Berufs­kraft­fah­rer weiß um die beson­de­ren Gefah­ren einer Alko­hol­auf­nah­me vor Fahrt­an­tritt und nimmt des­halb in der Regel sei­ne Fahr­un­taug­lich­keit in Kauf, wenn er trotz Alko­hol­kon­sums eine Fahrt antritt.

Vor­sätz­li­che Trun­ken­heit im Ver­kehr bei Berufs­kraft­fah­rern

Soweit das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le bereits zur Annah­me eines Erfah­rungs­sat­zes dahin neigt, dass ein Kraft­fah­rer, der nach hohem Alko­hol­kon­sum eine Fahrt mit einem Kraft­fahr­zeug antritt, sei­ne Fahr­un­taug­lich­keit jeden­falls in Kauf nimmt und vor­sätz­lich han­delt 1, kam es dar­auf im vor­lie­gen­den Fall nicht an:

Die Ange­klag­te hat, ohne dass die genaue Men­ge fest­stell­bar gewe­sen wäre, wäh­rend einer Fahr­be­reit­schaft als Taxi­fah­re­rin Alko­hol zu sich genom­men, obwohl sie als Berufs­kraft­fah­re­rin um die beson­de­ren Gefah­ren eines sol­chen Ver­hal­tens wuss­te. Dies allein begrün­det nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung schon die Annah­me eines jeden­falls bedingt vor­sätz­li­chen Ver­hal­tens 2.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 25. Okto­ber 2013 – 32 Ss 169/​13

  1. zum Stand der Rspr. vgl. nur Leip­zi­ger-Kom­men­tar, StGB, 12. Aufl., § 316, Rz. 192 ff.; und Fischer, StGB, 60. Aufl., § 316, Rz. 44 ff.[]
  2. vgl. OLG Saar­brü­cken NJW 2008, 1396; OLG Köln DAR 1997, 499, DAR 1999, 88; OLG Cel­le, 1. Straf­se­nat NZV 1996, 205; Fischer, a.a.O., Rz. 45[]