Wert­er­satz­ver­fall – das Brut­to­prin­zip und sein Kor­rek­tiv

Die Här­te­vor­schrift des § 73c Satz 1 StGB bil­det im Ein­zel­fall das not­wen­di­ge Kor­rek­tiv zum Brut­to­prin­zip und eröff­net dem Tatrich­ter die Mög­lich­keit, nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen ganz oder teil­wei­se vom Ver­fall abzu­se­hen 1.

Wert­er­satz­ver­fall – das Brut­to­prin­zip und sein Kor­rek­tiv

Ob die­ses Ermes­sen rechts­feh­ler­frei aus­ge­übt wur­de, ver­mag der Bun­des­ge­richts­hof jedoch nicht zu beur­tei­len, wenn sich den Urteils­grün­den kei­ner­lei Aus­füh­run­gen dazu ent­neh­men las­sen. Ange­sichts der im hier ent­schie­de­nen Fall bestehen­den Schul­den des Ange­klag­ten kann nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs eine Anwen­dung der Här­te­vor­schrift auch nicht aus­ge­schlos­sen wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Juni 2017 – 1 StR 227/​17

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 14.01.2016 – 1 StR 615/​15, NStZ-RR 2016, 108 mwN[]