Wert­er­satz­ver­fall – der Mit­tä­ter und der erlang­te Ver­mö­gens­vor­teil

"Erlangt" im Sin­ne von §§ 73 Abs. 1 Satz 1, 73a Satz 1 StGB ist ein Ver­mö­gens­vor­teil nur dann, wenn der Täter die fak­ti­sche Ver­fü­gungs­ge­walt über den Gegen­stand erwor­ben hat 1.

Wert­er­satz­ver­fall – der Mit­tä­ter und der erlang­te Ver­mö­gens­vor­teil

Bei meh­re­ren Tat­be­tei­lig­ten kommt eine Zurech­nung nach den Grund­sät­zen der Mit­tä­ter­schaft gemäß § 25 Abs. 2 StGB mit der Fol­ge einer gesamt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung nur in Betracht, wenn sich die Betei­lig­ten dar­über einig sind, dass dem jewei­li­gen Mit­tä­ter zumin­dest Mit­ver­fü­gungs­ge­walt über die Rausch­gift­erlö­se zukom­men soll­te und er die­se auch tat­säch­lich hat­te 2.

Aller­dings ist auch zu prü­fen, ob die Mit­tä­ter ganz oder teil­wei­se als Gesamt­schuld­ner haf­ten. Dies gäl­te auch dann, wenn das Land­ge­richt bei einem der Ange­klag­ten gemäß § 73c Abs. 1 StGB von einer Ver­falls­an­ord­nung abse­hen wür­de; dies führt nicht zum Weg­fall des Gesamt­schuld­ver­hält­nis­ses, weil dar­in nur ein Ver­zicht auf die unmit­tel­ba­re Inan­spruch­nah­me die­ses Ange­klag­ten zu sehen ist; die übri­gen Wir­kun­gen der Gesamt­schuld (Innen­re­gress) blei­ben hier­von unbe­rührt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. August 2016 – 2 StR 22/​16

  1. BGH, Beschluss vom 12.05.2009 – 4 StR 102/​09, NStZ-RR 2009, 320[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.09.2002 – 1 StR 281/​02, NStZ 2003, 198, 199[]
  3. BGH, Beschluss vom 20.01.2016 – 4 StR 376/​15; Beschluss vom 25.09.2012 – 4 StR 137/​12[]