Wie­der­ein­set­zungs­an­trag – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand ist auf Antrag dem­je­ni­gen zu gewäh­ren, der ohne Ver­schul­den ver­hin­dert war, eine Frist ein­zu­hal­ten (§ 44 Satz 1 StPO).

Wie­der­ein­set­zungs­an­trag – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Der inner­halb der Wochen­frist des § 45 Abs. 1 Satz 1 StPO anzu­brin­gen­de und zu begrün­den­de Wie­der­ein­set­zungs­an­trag muss nicht nur Anga­ben zur ver­säum­ten Frist und zum Hin­de­rungs­grund, son­dern auch zum Zeit­punkt des Weg­falls des Hin­der­nis­ses ent­hal­ten 1.

Maß­geb­lich für den Weg­fall des Hin­der­nis­ses und damit den Beginn der Wie­der­ein­set­zungs­frist ist die Kennt­nis des Ange­klag­ten, nicht die sei­nes Ver­tei­di­gers 2.

Eines ent­spre­chen­den Vor­trags bedarf es selbst dann, wenn der Ver­tei­di­ger ein eige­nes Ver­schul­den gel­tend macht, das dem Ange­klag­ten nicht zuzu­rech­nen wäre 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Febru­ar 2016 – 4 StR 448/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 26.02.1991 – 1 StR 737/​90, BGHR StPO § 45 Abs. 2 Tat­sa­chen­vor­trag 7; vom 13.09.2005 – 4 StR 399/​05, NStZ 2006, 54 f.; vom 22.05.2013 – 4 StR 121/​13, NStZ 2013, 541[]
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 13.09.2005 – 4 StR 399/​05, aaO; vom 08.12 2011 – 4 StR 430/​11, NStZ 2012, 276, 277[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 08.12 2011 – 4 StR 430/​11 aaO[]