Ablauf der Abtre­tungs­frist – und der ver­schlei­er­te Neu­erwerb

Der Insol­venz­be­schlag nach Ertei­lung der Rest­schuld­be­frei­ung mit dem Zeit­punkt des Ablaufs der sechs­jäh­ri­gen Abtre­tungs­frist, die mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens zu lau­fen begon­nen hat, und zwar unab­hän­gig davon, ob der Neu­erwerb der Erklä­rung nach § 287 Abs. 2 InsO unter­fal­len wäre oder nicht 1.

Ablauf der Abtre­tungs­frist – und der ver­schlei­er­te Neu­erwerb

Die Vor­schrift soll dem (red­li­chen) Schuld­ner, auch dem selb­stän­dig Täti­gen, sechs Jah­re nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens einen wirt­schaft­li­chen Neu­an­fang ermög­li­chen 2.

Nach Ablauf der Abtre­tungs­frist wird der Neu­erwerb von Ver­mö­gens­be­stand­tei­len von § 283 StGB daher nicht geschützt. Aus­ge­nom­men hier­von ist nur der Neu­erwerb, der dem Grun­de nach schon vor dem Ablauf der Lauf­zeit der Abtre­tungs­er­klä­rung ange­legt ist 3.

Gemes­sen dar­an sind die Vor­aus­set­zun­gen einer Bank­rott­hand­lung im Sin­ne des § 283 Abs. 1 Nr. 1 StGB nicht erfüllt, soweit die­se zeit­lich nach dem Ablauf der Abtre­tungs­frist des § 287 Abs. 2 InsO erfolg­te. In zeit­li­cher Hin­sicht ist inso­weit auf die Fäl­lig­keit des jewei­li­gen Anspruchs, spä­tes­tens aber auf den Ein­gang der Zah­lun­gen, abzu­stel­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. März 2018 – 1 StR 414/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 13.02.2014 – – IX ZB 23/​13, NZI 2014, 312, 313 Rn. 5 ff.[]
  2. BGH aaO Rn. 7 mwN[]
  3. vgl. BGH aaO Rn. 6 mwN[]