Bank­rott – und das Bei­sei­te­schaf­fen von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den

Ein Bei­sei­te­schaf­fen von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den, die sonst in die Insol­venz­mas­se geflos­sen wären, liegt im Sin­ne des § 283 Abs. 1 Nr. 1 Var. 1 StGB vor, wenn ein Schuld­ner einen zu sei­nem Ver­mö­gen gehö­ren­den Gegen­stand dem als­bal­di­gen Gläu­bi­g­er­zu­griff ent­zieht oder den Zugriff wesent­lich erschwert.

Bank­rott – und das Bei­sei­te­schaf­fen von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den

Eine Ver­ei­te­lung des Gläu­bi­g­er­zu­griffs durch Ände­rung der recht­li­chen Zuord­nung ist auch bei der Über­eig­nung eines Gegen­stan­des anzu­neh­men, fer­ner bei der Abtre­tung einer For­de­rung oder bei einer Ver­pfän­dung, wenn auf die­se Leis­tung zu die­sem Zeit­punkt und in der kon­kre­ten Art kein Anspruch bestand 1.

Im Fall der Bestel­lung einer Grund­schuld mit höhe­rem Wert als die zu sichern­de For­de­rung geht die Rege­lung des § 283c StGB (Gläu­bi­ger­be­güns­ti­gung) der­je­ni­gen des § 283 StGB (Bank­rott) vor 2. Im Ver­hält­nis zu § 283 Abs. 1 Nr. 1 stellt § 283c StGB eine Pri­vi­le­gie­rung dar 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Juni 2016 – 2 StR 520/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.07.1955 – 5 StR 128/​55, BGHSt 8, 55, 56[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 02.11.1995 – 1 StR 449/​95, BGHR StGB § 283 Abs. 1 Nr. 1 Ver­mö­gen 2; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 283c Rn. 11[]
  3. vgl. LK/​Tiedemann, StGB, 12. Aufl., § 283c Rn. 39[]
  4. Schön­ke-Schrö­der-Hei­ne, StGB, 28. Aufl., § 283 Rdnr. 4; Fischer, StGB, 61. Aufl., § 283 Rdnr. 4[]