Bank­rott – und die Ver­jäh­rung

Die Ver­jäh­rungs­frist beginnt zu lau­fen, sobald die Tat been­det ist (§ 78a Satz 1 StGB). Dabei läuft bei Tat­ein­heit die Frist für jedes Delikt selb­stän­dig [1].

Bank­rott – und die Ver­jäh­rung

Dem­ge­gen­über beginnt die Ver­jäh­rung des Bank­rotts mit Ein­tritt der objek­ti­ven Straf­bar­keits­be­din­gung nach § 283 Abs. 6 StGB [2], die im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall in der Vari­an­te der Zah­lungs­ein­stel­lung vor­liegt.

Zah­lungs­ein­stel­lung im Sin­ne von § 17 Abs. 2 Satz 2 InsO ist das­je­ni­ge nach außen her­vor­tre­ten­de Ver­hal­ten des Schuld­ners, in dem sich typi­scher­wei­se aus­drückt, dass er nicht in der Lage ist, sei­ne fäl­li­gen Zah­lungs­pflich­ten zu erfül­len. Sie ist in einer Gesamt­schau anhand von Beweis­an­zei­chen zu fol­gern [3].

Die Ver­jäh­rung der Taten bewirkt auch die Ver­jäh­rung der dies­be­züg­li­chen Bei­hilfe­ta­ten, die sich auch inso­weit akzes­so­risch zu den Haupt­ta­ten ver­hal­ten [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. April 2020 – 5 StR 435/​19

  1. BGH, Beschluss vom 02.03.2016 – 1 StR 619/​15, wis­tra 2016, 268; Urteil vom 24.10.2018 – 2 StR 299/​18, NStZ-RR 2019, 108[]
  2. vgl. Fischer, StGB, 67. Aufl., § 283 Rn. 39 mwN[]
  3. BGH, Urteil vom 18.07.2013 – – IX ZR 143/​12, NZI 2013, 932; vgl. auch zur Fest­stel­lung der Zah­lungs­un­fä­hig­keit BGH, Beschlüs­se vom 21.08.2013 – 1 StR 665/​12, NJW 2014, 164; und vom 12.04.2018 – 5 StR 538/​17, BGHR InsO § 15 Abs. 4 Zah­lungs­un­fä­hig­keit 1 [Grün­de][]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 11.06.1965 – 2 StR 187/​65, BGHSt 20, 227, 229; Fischer, aaO, § 78a Rn. 4[]