Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die Ver­ant­wort­lich­keit des Lohn­bü­ros

An die Beauf­tra­gung im Sin­ne des § 14 Abs. 2 Nr. 2 StGB sind stren­ge Anfor­de­run­gen zu stel­len, da hier­durch eine per­sön­li­che Normadres­sa­ten­stel­lung des Beauf­trag­ten begrün­det wird, die ihm (straf­be­wehrt) die Erfül­lung betriebs­be­zo­ge­ner Pflich­ten über­bür­det.

Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die Ver­ant­wort­lich­keit des Lohn­bü­ros

Die Beauf­tra­gung muss daher zwei­fels­frei erfol­gen und aus­rei­chend kon­kret sein, damit für den Beauf­trag­ten das Aus­maß der von ihm zu erfül­len­den Pflich­ten ein­deu­tig erkenn­bar ist 1. Eine die­sen recht­li­chen Maß­stä­ben ent­spre­chen­de Beauf­tra­gung legt das ange­foch­te­ne Urteil nicht hin­rei­chend dar.

Schon der Begriff der "kauf­män­ni­schen Abwick­lung" in der ver­trag­li­chen Beauf­tra­gung ist nicht ein­deu­tig und lässt erheb­li­chen Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum offen. Des­sen Ver­wen­dung ist des­halb grund­sätz­lich nicht geeig­net, eine straf­be­wehr­te Pflicht zu begrün­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. April 2016 – 5 StR 332/​15

  1. BGH, Beschluss vom 12.09.2012 – 5 StR 363/​12, BGHSt 58, 10, 12 f. mwN[]